Freitag, 7. Juli 2017

31. Tag: von Chester nach Stoke-on-Trent


die Route

Ach wie schön! Ein völlig ereignisloser Tag! Einfach nur Radeln, keine touristischen Highlights, die man "abarbeiten" muss, einfach radeln und auf den Flow warten. Der Moment, wo man nach einer 1/2 Stunde merkt, dass man einfach gar nichts gedacht hat.
Heute war so ein Tag.
Zuerst der nette kleine Kanal, den ich jetzt einfach Chester Kanal nenne und der sicher zu dem Shropshire-Union-Kanalsystem gehört. 
Ideales Radwetter, bedeckt, nicht wirklich warm, - herrlich!





An der "Grinsekatze" komme ich auch noch mal vorbei.

Dann geht es runter vom Treidelpfad auf ein völlig leeres kleines Sträßchen. Warum hier niemand fährt erfahre ich gleich. Wieder einmal ist die Straße "ahead" gesperrt, Brücke unpassierbar. Das hatte ich jetzt schon ein paarmal und jedesmal bin ich mit dem Fahrrad durchgekommen. Heute aber zieht sich das "ahead" ziemlich hin. Und je länger sich die leere Straße hinzieht, desto unruhiger werde ich.
Wenn es die Brücke nicht mehr gibt? Dann hätte ich mindestens 5 km wieder zurückfahren müssen.

Die Brücke gibt es noch


Geht über den Kanal, ist zwar Baustelle, aber passierbar. Im Hintergrund die Hügelkette die ich heute irgendwo hinauf muss.
Und die nächsten 15 km geht es sanft bergauf. Sehr schön zu fahren.

Nach Albert bin ich fast oben, da - ich traue meinen Augen nicht!

Wieder ein Kanal


Und wieder ein Treidellpfad. Das muss der Trent-Mersey-Kanal sein. Schöne Strecke 


Und viele Bootstouristen.


Und eine Schleuse an der anderen. Fast so wie an der Burgundischen Pforte. Logisch, wenn Boote hier hoch kommen wollen, dann muss es viele Schleusen geben. Die Anfänge des Kanals gehen in die 2.Hälfte des 18.Jahrhunderts zurück.
Entsprechend einfach die Schleusentechnik.


Hier wird das Boot geraden nach oben "gehoben". 

Dazu braucht man eine Kurbel und einen Hilfsmatrosen. Hier schließt er die Wasserzufuhr.
Dann an den Balken, und mit Muskelkraft, das Tor geöffnet.


Scheint ganz schön schwer zu sein, so ein Tor.

Es gibt im Englischen ja die Redensart: "Curiosity killed the cat!"

Hätte ich mich besser daran erinnert. Mit dem Herrn komme ich nett ins Gespräch, er erzählt mir einiges über den Kanal und meint dann, ich könne es ja selbst mal ausprobieren, - und schwupps "darf" ich an der nächsten Schleuse, den Wassereinlass öffnen, und dann das Schleusentor. Im Weitergehen sagt er dann noch zu mir - "und vergiss nicht, wenn das Boot draußen ist, muss man das Tor wieder schließen". Warum kommt mir auf einmal die Geschichte von Tom Sawyer und dem Gartenzaun in den Sinn?

Wie gesagt, die Abstände zwischen den Schleusen sind so gering, dass es sich nicht lohnt wieder ins Boot zu steigen.

Liebe Marlies, lieber Werner! Bald werdet ihr in Irland so durch die Grüne Insel schippern. Wenn Ihr gedacht habt, da sitzt man den ganzen Tag auf dem Sonnendeck und trinkt eisgekühlte Limonade, dann habt ihr euch geschnitten.

Wie ich das heute  erlebt habe läuft das so: Wenn Ihr Euer Boot in Empfang nehmt, dann bekommt Werner eine weiße Mütze mit goldenem Rand, und du, Marlies, eine silberne Kurbel! Auch sehr ehrenvoll. Und dann hat Werner die wichtige Aufgabe das Boot in die Schleuse zu fahren. Du steigst aus, schließt die Schleuse, gehst nach oben, kurbelst, lässt das Wasser einlaufen, kurbelst,  schließt die Wasserzufuhr. Öffnest die Schleuse, schließt die Schleuse hinter Werner wieder. Läufst zur nächsten Schleuse, öffnest die Schleuse....



Marlies ich verspreche Dir, nach diesem Urlaub bist du fit wie ein Turnschuh!

Damit nicht noch mehr nette Boatpeople auf die Idee kommen, mich als "Leichtmatrose" einzusetzen, verlasse ich den Kanal für ein paar Kilometer.
Ein Schild hat mich sehr fasziniert.


Auf dem Weg dahin entdecke ich, dass die Amerikaner anscheinend schon eine "5.Kolonne" aufbauen.


Was haben die Trumpianer und Brexisten wohl vor. Dieses Militärfahrzeug steht einfach so neben einem stinknormalen Reihenhaus. Mannomann!

Und dann das Skicenter, es gibt es wirklich


Tja, was dem Engländer im Urlaub gefällt, das will er auch zu Hause haben. Deshalb gibt es jetzt in ganz England San Miguel, man muss zum Kaffee "americano" sagen, bestellt eine latte  und donnerstags gibt es im "Horseshoe Inn" Paella.  Gebt es doch wenigstens zu, dass Ihr Angst habt, dass Ihr eines Tages auf der Insel sitzt und wieder nur noch lauwarmes Bier bekommt und kidney pie mit Erbsen und  dicker brauner gravy essen müsst!
Zurück am Kanal fängt auch schon das "ehemalige" Industriegebiet von Stoke an. Stoke war lange das Zentrum der Töpferei in England. Wedgwood und Royal Doulton sind ja heute noch ein Begriff.
Aber die Industrieruinen sind leider nur Relikte aus vergangener Zeit. Wenn es hoch kommt hat sich in der einen oder anderen Pottery noch ein Kanal-Café einquartiert.


So, das wird das einzige Foto von Stoke bleiben. Ich bin nach meiner Ankunft im Hotel noch einmal losgezogen. Aber ehrlich gesagt, da gab es nicht viel zu sehen. Eine kleine Innenstadt- eine einzige Baustelle. Und die Kneipen, so lala, wie vielerorts eher Wettbüros. Alle sitzen vor Bildschirmen und warten auf "ihr Rennen".

Das wird ein gemütlicher Abend.

Und nun zum Abschluss des großen Gewinnspiels um den Kloppo-Schal.

Lieber Carlheinz, du hast die so tapfer geschlagen und zwei der drei Aufgaben bravourös gelöst, gib jetzt nicht auf! Ich gebe dir 2 Tipps. Die beiden sind in ihren Ligen heute noch dafür berühmt, dass sie Torrekorde erzielt haben, z.B. die meisten Tore pro S.... na ja, bei Dixie Dean muss man weit zurück gehen.
Und der HSV und Everton sind, ...na, richtig, die Dinos ihrer Ligen - wie viele Jahre sind sie schon in der jeweils höchsten Liga seit ihrer Gründung?
Ganz ehrlich, Carlheinz, ich finde du hast den Schal verdient!! Ich verlängere den Einsendeschluss noch um einen Tag

Donnerstag, 6. Juli 2017

30.Tag: Von Liverpool nach Chester

die Route (endlich eine neue)


Heute ist ein 3 Lieder Tag gewesen!!

Eigentlich wollte ich heute Morgen  mit Euch "Manne´s on the road again" singen. (oder auch "Davy", wenn Ihr darauf besteht!)

Aber dann viel mir ein noch schöneres Lied ein: Hört Euch am Besten die Version von den Dubliners an. Die  Pogues haben den Text "verwässert"

"Leaving Of Liverpool"


Farewell to Princes' landing stage River Mersey fare thee well
I am bound for California, a place I know right well
So fare thee well my own true love
When I return united we will be
It's not the leaving of Liverpool that grieves me
But my darling when I think of thee
I have sailed with Burgess once before, I think I know him well
If a man's a sailor he will get along, if not then he's sure in hell
So fare thee well my own true love
When I return united we will be
It's not the leaving of Liverpool that grieves me
But my darling when I think of thee
Farewell to Lower Frederick Street, Anson Terrace and Park Lane
I am bound away for to leave you and I'll never see you again
So fare thee well my own true love
When I return united we will be
It's not the leaving of Liverpool that grieves me
But my darling when I think of thee
I am bound for California by way of stormy Cape Horn
And I will write to thee a letter, love, when I am homeward bound
So fare thee well my own true love
When I return united we will be
It's not the leaving of Liverpool that grieves me
But my darling when I think of thee
I've shipped on a Yankee clipper ship, "Davy Crockett" is her name
And Burgess is the captain of her and they say that she's a floating hell
So fare thee well my own true love
When I return united we will be
It's not the leaving of Liverpool that grieves me
But my darling when I think of thee 

Das Lied habe ich heute Morgen rauf und runter gesummt, auf der Fähre, die heute Morgen keine mehr war. 
Da meine heutige Tour nur etwas über 50 km sein sollte (was am Ende immer deutlich mehr wird), habe ich mir Zeit gelassen und musste an der Mersey-Fährstation feststellen, dass es ab 10:00 Uhr nur noch "Hafenrundfahrten" gibt, die dann auch in Birkenhead etc. anlegen. - Und Hafenrundfahrten kosten natürlich das 4xfache einer normalen Überfahrt, wie die am Morgen nach der Ankunft.

Egal, dann halt ein bisschen Hafenrundfahrt. Die nette Dame an der Kasse, hat sogar ein bisschen mit sich handeln lassen. Das war wirklich nett!


Das ist Liverpool 2. Der neue Containerhafen, der seit 2016 in Betrieb ist, die größten Containerschiffe können hier "gelöscht" werden - das soll an die alten Traditionen anknüpfen und den Amerikahandel wieder intensivieren. 

Nach der Hafenrundfahrt radle ich durch Hafengebiete, Schrotthalden, an kleinen Werften vorbei, durch Birkenhead, Industriebrache... staubig dreckig.

ABER heute ist endlich wieder ein warmer Tag- ohne Wind! Ich bin vollkommen zufrieden. Keine    -linge, einlagiges Radeln, wie schön, da stecke ich das Gegurke durch die Industrie mit links weg.

Die Skyline von Liverpool bleibt mir fast bis zur Mittagszeit erhalten.
In der Nähe der Anlegestelle der Fähre entdecke ich ein ungewöhnliches Denk-Mal!


Das ist die Geschichte der HMS Birkenhead und des Birkenhead Drills. Das ist die Geschichte von
"Frauen und Kinder zuerst!" Diesen Grundsatz gibt es offensichtlich erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts  und wurde vom Kapitän der HMS Birkenhead eingeführt. Als sie in Seenot geriet gab er diese Order aus. Alle 140 Frauen und Kinder überlebten, von den knapp 400 Männern kaum einer. Der Kapitän blieb bis zum Schluss auf der Brücke und ging mit seinem Schiff unter.
Ich sage es ja schon immer - Reisen bildet!!

Berührt hat mich die Birkenhead Priory.


Eine wunderschöne Klosterruine, eingeklemmt zwischen Kränen und Industriemüll. Sieht man auf dem Foto nicht, aber direkt rechts von der Kirchenruine stehen zwei riesige gelbe Kräne. 12.Jahrhundert - in der Abstellkammer!

Mit der Zeit radle ich mich wieder ein, das viele Gehen hat mir nicht gut getan!
Dann kommt der Eastham Country Park, hier mache ich mit vielen anderen Mittagspause.


Am Rande des Parks eine neue  Eleanor Rigby, eine alte Dame sitzt in ihrem Auto, die Tür ist offen


und Dutzende von Eichhörnchen um sie herum, die sie füttert. Sie scheint es nicht zu genießen, ihr Blick geht irgendwo hin in die Ferne. Trauriges Bild.

Der heutige Tag hat wirklich Alles.
Irgendwann lässt mich Liverpool doch los. Es wird ländlich, nette Fahrradwege im Schatten, der heute sehr willkommen ist.
Und dann sogar wieder einmal meine geliebten Treidelpfade.


Fragt mich nicht welcher genau das ist, ich blicke es bei den Kanälen in der Gegend einfach nicht. Vermutlich ist es der Ellsmere Canal, der einmal den Mersey mit dem Severn verbinden sollte.

Der Treidelpfad ist in einem verheerenden Zustand. Dass die Brombeerhecken fast den ganzen Weg überwuchert haben, ist noch das kleinste Problem.


Aber was soll´s ich habe ja Zeit. Gegen 15:00 komme ich in Chester an. Genug Zeit für einen Sightseeing -Nachmittag, denn mein Hotel liegt etwas außerhalb.
Chester ist wirklich ein sehr schmuckes, quirliges Städtchen, kleine Universität, viele junge Leute, noch mehr Touristen, - mir fast schon zu viel. Chester ist eine Römerstadt, eine Normannenstadt, eine Käsestadt, eine wichtige Handelsniederlassung, der größte Binnenhafen im Mittelalter gewesen, - und natürlich die Heimat der "Cheshire Cat" - aus Alice in Wonderland - die in der Übersetzung die "Grinsekatze" heißt.


Sehr beeindruckend die Fachwerkensembles, die "Rows", Arkadengänge über die die Fachwerkhäuser ragen.
Und dann natürlich die Kathedrale.


Das sieht man sofort, die hat was zu bieten. Große Teile des Baukörpers geht auf das 13. Jahrhundert zurück, einzelne Teile sind noch älter. War ursprünglich ein Kloster, bis es Heinrich VIII zur Kathedrale umfunktionierte. Und dann hat natürlich jedes Jahrhundert seine Spuren hinterlassen.


Tolle Kreuzgänge, wunderschöner Innenhof. Beeindruckendes Gebäude, aber ich bin erschrocken, wie mit diesem Gebäude umgegangen wird.
Ob sie noch als Kirche genutzt wird,  habe ich nicht heraus bekommen. Er rannten jedenfalls jede Menge Herren mit weißen Stehkragen herum.

Die Kathedrale ist anscheinend auch Ausstellungshalle. Morgen wird eine große Ausstellung moderner Skulpturen eröffnet. Das Thema ist anscheinend "Tiere". Jedenfalls steht in einer Ecke ein "eingelegtes" Kalb von Damien Hirst,


Gorillas

Blattgold-Zebras


Noch mehr Gorillas


Vögel

ich bin ziemlich ratlos. Der arme Vogel muss mit einem mittelalterlichen Adlerpult konkurrieren - keine Chance. Was soll das? Die Kirche ist eh schon ein grauslicher Stilmischmasch und dann die "moderne" Kunst? Es entsteht für mich kein Spannungsfeld. Man möchte die Türen aufmachen, und die armen Tiere in die Freiheit entlassen.
Aber dieser wenig sensible Umgang mit Geschichte und Kunst zieht sich durch die ganze Kathedrale. Das ehemalige Refektorium ist ein Café unter historischen Bildern steht ein Getränkeautomat. Die Bilder aus dieser Halle sind leider unscharf geworden.


Waren die Engländer nicht einmal stolz auf ihre Geschichte??


Kein Wunder, dass die vielen Schmuckstücke dieser Kathedrale etwas konsterniert in die Runde gucken.
Ich verziehe mich! Das Städtchen hat ja noch mehr zu bieten.
Ich gehe in den Kirchhof, wo mein Fahrrad steht. - Platten! Hinterrad. Oh Mann, der Dritte auf dieser Reise.
Und wieder habe ich  dermaßen großes Glück, dass es mich nicht auf halber Strecker erwischt hat. Ich gehe ins Touristenbüro und lasse mir erklären wo es ein Fahrradgeschäft hat. Zum Glück ist es noch früh genug, der Laden müsste noch aufhaben. Tatsächlich. Kein Problem, wird sofort erledigt!

Er hängt das Fahrrad auf und ruft mich her. "Schau dir das an, dein hinterer Umwerfer hängt nur noch ein einem kleinen Drähtchen, der wäre dir in den nächsten 100 km runtergefallen." "Kannst du das reparieren?" "Kein Problem, geh mal nach gegenüber einen Kaffee trinken und komme in einer halben Stunde wieder."
Eine halbe Stunde später, neuer Schlauch, Gangschaltung repariert, die Gänge flutschen wieder ( ich hatte schon in den Bergen von Schottland manchmal Schwierigkeiten präzise zu schalten, bzw. mir ist 2-3 Mal die Kette runtergesprungen), - Mann, was habe ich wieder mal für ein Glück gehabt!

Deshalb, heute das 3.Lied:  "With a little bit of luck, with a little bit of luck..."

Na ja, little bit ist seehr untertrieben, ich hatte bisher wirklich Riesendusel! Drückt die Daumen, dass es so bleibt.

So und jetzt zu dem umstrittensten Teil des Blogs, des "Große Gewinnspiels 3. und letzter Teil".
Ungeachtet, der mehr oder weniger deutlichen Kritik, die ich erfahren musste - ausschließlich von Teilen der weiblichen Leserschaft. Lasst Euch versichert sein, gestern in der Anfield Road war der größte Teil der Besucher, weiblich - ehrlich wahr! Es soll Frauen geben, die sich für Fußball interessieren, - Karin, sag was!

Aller Kritik zum Trotz hier der 3. und letzte Teil des Rätsels, und ja, es gibt schon richtige Antworten.
Und nein, Carlheinz, der letzte Teil wird nicht schwerer als der gestrige. Ihr sollt Eure faire Chance bekommen, den absolut fantastischen "Kloppo Schal" zu bekommen.

Also:

Heute eine Rechenaufgabe:

Ich sage Euch sogar, das Ergebnis:  71

Erklären sollt Ihr den "Rechenweg", wie das Ergebnis zustande kommt:

Die Rechnung lautet: Gerd Müller minus William Ralph Dean = ?
                                    FC Everton minus HSV = ?

Addiere das Ergebnis. Habt Ihr 71 heraus bekommen?
Dann erklärt.

Die Lösungen und der/die Gewinner/in werden Morgen bekannt gegeben.
Ich bin gespannt!

Und das war es dann mit seltsamen Rätseln.
Ich wünsche Euch und mir eine geruhsame Nacht.


Mittwoch, 5. Juli 2017

29.Tag: 2.Tag in Liverpool

Heute habe ich ein Liverpool -Marathonprogramm absolviert!

6 Ausstellungen 3 Museen, ein Stadion und ein erweiterter Stadtrundgang!

Das war ein richtig spannender Tag.

Den ersten Teil des Morgens habe ich den Versuch unternommen herauszufinden, wie es außerhalb der Konsumterrorinnenstadt Liverpool aussieht. Und siehe da, es gibt auch ganz "normale" Viertel, mit dem Kiez-Döner, dem türkischen Friseur, dem Stadtteil-Chinesen/Inder/Thailänder und den üblichen Bars, mit Wettbetrieb.


Die Kirche am oberen Ende der Straße tut nur gotisch, ist in den 20er Jahren des 20.Jh gebaut worden und war nur ca 20 Jahre in Funktion. Dann wurde sie 1941 "durch feindliche Einwirkung" zerstört worden. Das ganze Kirchenschiff ist eine Ruine. Man hat wohl dran gedacht, daraus ein "Friedensdenkmal" zu machen, es dann aber doch nicht für so wichtig empfunden! Wow, das hat mich überrascht. Der 2.Weltkrieg und die Bomben auf England spielen sonst überall eine wichtige Rolle. Hier hat der Bauhof ein paar Geräte abgestellt - 



und das war´s. Hat England tatsächlich langsam seinen "Frieden geschlossen" mit den Krauts?

Ein paar Blocks weiter "Chinatown" - eine einzige Enttäuschung.


D.h. das Tor ist super! Alle Einzelteile direkt aus China - zum Jahrtausendwechsel von Shanghai gestiftet. Dahinter keine 10 Chinarestaurants, dann hat sich moderner Wohnungsbau nach Chinatown hinein gefressen.

Mit "unvollendetem" ist Liverpool offensichtlich gesegnet. Schon gestern im Museum der Stadt Liverpool habe ich ein gewaltiges Modell für eine Kathedrale von Liverpool bewundern können, für die in der 1.Hälfte des 20.Jahrhunderts eifrig gesammelt wurde,  die aber nie fertig geworden ist.


Gottseidank, muss man angesichts  dieser Mischung aus "Hauptpostamt" und "Welthauptstadt Germania" sagen. D.h. genau genommen hat man bis "1978" (!) eine "abgespeckte" Version fertig gestellt.

Dann fange ich mit meiner Museumsrunde an.

Zuerst das Museum "der Sklaverei" - als Teil des "Maritimen Museums" Liverpools. Ich nehme alles zurück, was ich die letzte Zeit über  "Museumspädagogik" gelästert habe. Dieses Museum ist erste Sahne. Super informativ, nie langweilig, "multimedialer" Großeinsatz, aber nicht nur! Die Objekte und ihre Präsentation hätten der "audiovisuellen Breitseiten" gar nicht bedurft.
Und auch das Maritime Museum, von dem ich eigentlich nicht viel erwartet hatte, hat mich positiv überrascht.
- Und siehe da! "Die Titanic"! Sie hat mich wieder eingeholt!
Aber in diesem Museum hat es nicht genervt, denn sie und ihre Schwesterschiffe und der ganze "Wettlauf" zwischen den Liverpooler Schifffahrtslinien hat hier etwas transportiert. "Titanic" wird hier  nicht als "Pawlowscher Reflex für Touristen" eingesetzt. Sondern anhand der Geschichte des Wettkampfes um Passagiere im Transatlantik Geschäft zwischen Cannard und der White Star Linie und der Geschichte dieser Schiffe wurde ein beeindruckendes Licht auf die 2.Hälfte des 19.Jahrhunderts geworfen. In diesen Jahren war Liverpool führender Hafen im Transatlantikverkehr. 1000ende von Arbeitsplätzen in und um den Hafen und auf den Schiffen.


Cannard mit ihren Flaggschiffen  Lusitania und Mauretania und dann die Antwort der White Star Linie mit der Titanic und ihren Schwesterschiffen.
Auch das Schicksal der Lusitania ist eine ganze Abteilung gewidmet - und wieder bin ich überrascht wie differenziert inzwischen mit der Weltkriegsgeschichte in England umgegangen wird. Es wird nicht nur gezeigt, dass die Nazis mit ihren U-Booten die "unter neutraler Fahne" fahrende Lusitania versenkt haben, sondern auch, dass in Amerika dieses Schiff und ihre vielen zivilen Passagiere, fast gar absichtlich in den Tod geschickt wurde, um den Kriegseintritt der USA zu forcieren.
Das war sehr spannend.

Und dann die Liverpooler Zweigstelle der Tate! Wie schön! Hochkarätiges ohne Schlangen an der Kasse und kostenlos
Eine wunderbare Ausstellung mit dem nichtssagenden Titel "Constellations" - dementsprechend ein bunter Gemischtwarenladen - aber hochkarätiger Gegenwartskunst.
Eine Ausstellung in der Werke von Tracey Emin mit William Blake konfroniert werden.

"Join us for Tracey Emin and William Blake In Focus and discover surprising links between the two artists".

Hervorragende Arbeiten beider Künstler, die suprising links - bzw. irgendetwas erhellendes, das es lohnte diese beiden Künstler in den gleichen Raum zu sperren, ist mir nicht aufgefallen. Na ja, ich übertreibe ein wenig,-   sich etwas zurecht konstruieren kann man immer.

Und dann wird noch eine Sonderausstellung:

Portraying a Nation: Germany 1919–1933

August Sander und Otto Dix

Muss ich da rein? Habe ich von beiden nicht schon sehr gute Ausstellung gesehen?
Ich bin froh, dass ich mir die Zeit genommen habe. Sowohl die August Sander  Ausstellung ist hervorragend, als auch die mit Werken von Otto Dix.
Man muss schon ziemlich viel in Deutschland herumreisen, um einen so guten Überblick zu bekommen.
Besonders von Dixens Bordell-, Lustmörder- und Seeleute -Aquarellen habe ich so viele auf einem Haufen noch nirgends gesehen.


Und so manches Blatt aus seinen Kriegsradierungen kannte ich bisher auch nur aus Büchern



Doch dann! Geht es hinaus an die Anfield Road. Eine ganz anderes Museum! 
Das Stadion vom FC Liverpool.
Das war richtig klasse!
Hier ist eine richtige Pilgerstätte, für jeden Freund des "runden Leders". Eine tolle Ausstellung, natürlich im Zentrum, im "Allerheiligsten"  die 5 Europapokale


Aber wirklich berührend sind die kleinen"Geschichten" , um die großen Ereignisse herum. 

Die Stadionführung hatte auch etwas ganz besonderes, denn noch ist die Spielstätte Bausstelle. In diesem Jahr wurde die Haupttribüne um über 10.000 Sitzplätze erweitert und die "Eingeweide" unter der Tribüne, die Umkleidekabinen, Funktionsräume etc. völlig neu gestaltet. Die Führer, alles natürlich eingefleischte FC Fans waren noch ganz hin und weg von den tollen Einrichtungen, - aber auch ein wenig nostalgisch, denn diese Räume haben noch keine Geschichte, da ist noch nichts von "blood, sweat and tears" zu riechen.


 Ich könnte Euch natürlich Dutzende von tollen Bildern zeigen, doch ich muss mich zusammenreißen.
Der "pitch" ist noch Baustelle. Hier wird noch nicht einmal der Rasen verlegt. Es kam eine komplette neue Rasenheizung und Sprinkleranlage rein. Im Augenblick ist hauptsächlich Sand zu sehen. Die weissen Zelte bewegen sich und legen eine Art Gittermatten aus, die Dornen nach unten hat und auf die dann der Rollrasen gelegt wird.


Das besondere an vielen alten englischen Stadien ist, dass sie noch immer mitten in ihrem "Viertel" liegen. rundum sind Straßenzüge. Da herrscht an Spieltagen natürlich Chaos, aber das gehört dazu.
Ganz speziell an Liverpool ist noch eins..



Nirgendwo sonst sind die Stadien zweier Lokalrivalen näher bei einander als in Liverpool.
Mehr sage ich an dieser Stelle nicht, denn das große "Liverpool Gewinnspiel" läuft ja noch bis übermorgen, und man kann immer noch einsteigen!!!

Jetzt bekommen die Hardcore-Liverpool Fans in unserer Führung langsam weiche Knie


Wir kommen in den Bereich der Stars. Hier werden die Spieler, nach den Matches verköstigt.

Und hier: Die Umkleidekabinen!


Hier hat wirklich jeder seinen Spind, vor dem Spind sein Trikot und oben ein Metallschild - mit einem Handgriff ist es aber auch wieder weg!
Die Idee für die Truhe in der Mitte hat Klopp aus Dortmund mitgebracht, weiss der Führer zu berichten. Damit das mit der Dreckwäsche kein Durcheinander gibt, wird die in die Löcher geworfen. Drunter stehen Körbe.
Ja die Deutschen eben, praktisch, quadratisch, gut!



Diese Einrichtungen sind insgesamt noch keinen einen Monat in Benutzung gewesen. Sie konnten erst im Mai bezogen werden.

Und dann der "magische Tunnel" - heute von der anderen Seite.


Ich überlasse es Euch, welche Assoziationen Euch dazu einfallen.


Dass das Maskottchen, gleich neben dem Tunnel seinen eigenen Umkleideraum hat, finde ich großartig. Ein richtiges Maskottchen hat der Verein eigentlich erst seit 2012, aber schon nach 5 Jahren eine eigene Bude. Respekt.

So und jetzt geht es weiter mit dem "Liverpool Gewinnspiel", zweite Runde.
Es sind bereits richtige Antworten auf die erste Frage eingegangen, wenn ich mich nicht verzählt habe, genau 2.
Aber, wie gesagt, man kann noch einsteigen! Die erste Frage steht im gestrigen Blog.


Und das kann man gewinnen!

Diesen einmaligen Fan-Schal: "Jürgen Klopp - Then I saw his face, now I´m a believer..."
gewinnen.

Die heutige Rätselfrage ist mehrteilig. Es soll ja ein klein wenig schwerer werden.

1. Wie heißt das mythische Geflügel, das für Liverpool eine so wichtige Rolle spielt?
2.  Wo hat das Original Vieh sein "Nest"? (Es ist nicht das Liverpool Stadion!!)
3. Wie groß ist das Original?
4. Und warum mögen "Nachkommen" von ihm besonders gerne Erdnussbutter?

Nur wenn alle 4 Fragen beantwortet sind, gilt der 2. Tag als bestanden!

So sieht übrigens ein hoch zufriedener Stadtbesichtiger aus.



Er ist auch deshalb so zufrieden, weil er vom Stadion aus die ersten Höhenzüge der "Cambrian Mountains" gesehen hat, und er sich für seine Entscheidung nicht über Holyhead zu fahren ein weiteres Mal beglückwünschte.



Ach ja, ich wollte Euch doch noch die "Zelle" vorstellen, in der ich heute - sehr ordentlich - nächtigen werde.



Und jetzt hätte ich es beinahe vergessen: Wir wollten doch an so einem schönen Tag zum Abschluss noch zusammen singen:

You´ll never walk alone: Zwo, drei!

When you walk through the storm
Hold your head up high and dont be afraid of the dark
At the end of the storm theres a golden sky
And the sweet silver song of a lark



Walk on through the wind
Walk on through the rain
For your dreams be tossed and blown
Walk on, Walk on
With hope in your heart
And you'll never walk alone
You'll never walk alone

Walk on, walk on
With hope in your heart
And you'll never walk alone
You'll never walk alone

48.Tag: Aachen nach Engen und Schluss

Er ist wieder da! Wieder hier! ( Muss nicht mitgesungen werden) Eine wunderschöne Tour ist zu Ende, 2.101km sind es geworden! Die Rü...