Dienstag, 27. Juni 2017

21.Tag: Von Tarbert nach Campbeltown


OhwasnTAG!!!
Und wasn Dusel!!

Aber der Reihe nach. Schon der erste Blick aus dem Fenster bestätigt. Die Wetterprognosen haben sich nicht geirrt.


Es regnet. Und es soll den ganzen Tag regnen!
Gut, dass ich meine Regenausrüstung vor dieser Reise, auf dem Isarradweg, dem ultimativen Härtetest unterzogen habe. Da sollte eigentlich nichts schiefgehen.


Auch wenn Radeln in Vollplastikverpackung nicht wirklich zum meinen "Lieblingsfunsportarten" gehört. 
Was soll´s. Nach Campbeltown sind es 60 km. Herr Knap und auch der nette Gastgeber in Dunoon haben beide gesagt, die gestrige Strecke sei die härtere, - heute nur "hills". Oh Mann, die haben so was von überhaupt keine Ahnung: "Heimatkunde 6 - setzen!"
Die Hügel der heutigen Etappe waren tatsächlich deutlich niedriger, als die 3 Berge gestern. Aber davon gab es 7-8 und jeder 2.hatte Abschnitte, über 16% Steigung manchmal 20% oder darüber, d.h. Absteigen und schieben.
Und die, die ich fahren konnte hatten es in sich. Da wird es schnell warm unterm Plastik.
Zum Glück, hört es zwischen drin auch mal - fast - auf zu regnen, so dass ich wenigstens den Regenponcho ausziehen kann.


Die 1.000km Marke hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt.
Aber immerhin der Wind hält sich in Grenzen, bis ich über den Hauptkamm der Kintyre-Halbinsel muss. Auf einmal wieder Gegenwind bergauf.
So sehr ich Windräder schätze, sie sind immer ein schlechtes Zeichen für den Radfahrer.


Man kann sie gerade noch erkennen, obwohl sie eigentlich nicht so weit entfernt sind. Die Wolken schaffen es kaum über die Hügel.


Dann in der Ferne, der Killbrannan Sound, die andere Seite.
Heute konnte ich kaum Fotos machen. Ich hatte Angst, dass die Nässe mir die 2.Kamera schrottet.
Das Sträßchen, das nun an der Ostküste der Halbinsel entlang führt ist viel schmaler als die gestrigen, die Ausweichbeulen aber etwas häufiger. Verkehr ist anfangs eh kaum, aber die wenigen haben es ins sich. Vor allem die Handwerker in ihren Sprinter halten selten oder nie an den "Beulen" und dann muss ich halten. Ob es nun bergauf oder bergab geht.
Erst einmal geht hinunter bis  ans Wasser und gleich darauf wieder ultrasteil hoch, nicht lustig.
Irgendwann die 11:00 Uhr Banane am Wegesrand. In dem Eichenwäldchen ist es wenigstens nicht ganz so nass.


Und dann hoch und weiter hoch. Oben angekommen die Begegnung 2er Oldtimer, die erst einmal eine Pause einlegen müssen.


Der schöne alte Bulli, weil er den Berg hoch heiß gelaufen ist, was ich meinerseits nicht sagen kann, ich könnte etwas mehr Luft vertragen.
Dann geht es lange abwärts, mal wieder durch den Schwarzwald.



Dann Mittagspause in Carradale. Am Straßenrand ein Cafe. Ich muss nicht ganz hinter in den Ort.
Aber das hilft mir auch nicht viel. Denn am Ortsausgang geht es giftig und lange hoch. Keine Chance, laufen.
Irgendwann ist der Anstieg wieder fahrbar. Die letzten 15 km werde ich wohl noch schaffen.


Und wieder ganz runter ans Wasser. Und wieder hoch. Es zeichnet sich langsam ab, dass dies der "schöne Teil" des Tages war, wettertechnisch gesehen. Der Wind frischt auf, die Regenwolken kommen immer tiefer angeschossen. 
Und wieder geht es nach oben. Und nach oben.
- Da kommt von hinten ein kleiner Linienbus. Etwa 500m vor mir hält er. Läßt eine ältere Dame einsteigen. Und bleibt stehen. Ich überhole ihn. Der Busfahrer macht ein Zeichen: "Was soll das! Warum quälst du dich den Berg hoch! Los steig ein!"
Mann bin ich froh! Dave, hat mir den Tag gerettet! Ich zahle  2.70, das Fahrrad kostet nichts. Kaum bin ich im Bus, geht der Regen richtig los, der Wind peitscht den Regen richtig gegen die Busfenster, und es geht weiter - rauf und runter, rauf und runter!!
Im Nachhinein denke ich, wenn mich der nette Busfahrer nicht reingewunken hätte, wäre ich heute ganz schön fertig angekommen. 10km können auf einer solchen Strecke ganz schön lang sein.
Mann habe ich ein Glück gehabt. Ich werde eine ganze Batterie Kerzen anzünden, wenn ich das nächste Mal am Comersee bei der Sta Maria di Gishallo, vorbei schaue!! 
In Campbeltown angekommen regnet es in Strömen und es windet. Und es hat Nebel!!
Heute Morgen habe ich den netten Herrn Knap gefragt, wie den hierzulande der Winter sei. "Nicht viel anders als heute!" 



Von meinem Guesthouse könnte man den Hafen sehen. Heute mehr ahnen als sehen.
Hatte Tarbert den Charme der 50er Jahre. So ist Campbeltown eher in der Wirtschaftskrise der 20er steckengeblieben. Im Hafen wird Holz verladen. Die Läden, - eher triste! Mag aber auch am Wetter liegen.
Schnell was zu essen suchen, im Hafen nachfragen, wo der Kintyre-Express Morgen nach Ballycastle ablegt und dann schnell zurück aufs Zimmer.
Im Informationsbüro sagt man mir, ich solle mindestens um 7:10 da sein! Das Boot geht um 7:30.
Ich darf auf keinen Fall verschlafen! Denn hier muss ich Morgen weg!

Und nicht mit dem Fahrrad!
Drückt mir die Daumen, dass Alles klappt!

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Er ist wieder da! Wieder hier! ( Muss nicht mitgesungen werden) Eine wunderschöne Tour ist zu Ende, 2.101km sind es geworden! Die Rü...