Montag, 10. Juli 2017

34. Tag: Von Nuneaton nach Rugby



Heute eine Halbetappe. Nuneaton und Rugby stehen auf dem Programm.

Nuneaton ist schnell abgehakt.



Für die Museen bin ich zu früh dran, die machen erst um 10:30 auf!!
So lange will ich nicht warten. Das Stadtmuseum ist auch eher schnuckelig, als dass man da die großen Überraschungen erwarten dürfte.
Das George Eliot Denkmal habe ich auch nicht gefunden. Hatte aber auch irgendwann keine Lust mehr, zwischen Fussgängerzone und Einkaufszentren durch zu radeln.
So sieht es aus, wo immer es steht. Und Nuneaton ist anscheinend nicht Middlemarch (das ist Coventry) sondern Milby (das wiederum kenne ich nicht)

Dann halt nicht. Man kann nicht Alles gesehen habe.

Wieder ein Vormittag auf dem Land, - mit der Einschränkung, dass es einige Zeit gedauert hat, bis ich aus dem Industriekomplex Nuneaton, Coventry, Hinckley . Kurz habe ich überlegt, ob das da drüben wirklich Rolls Royce ist. Es es gab ein paar Hinweisschilder, aber keine  "Visitor Centre" oder ähnliche Hinweise. Vielleicht ist es ja das "Luftfahrtzentrum", das ist hier in der Nähe sein soll.


Die kleinen Dörfer- wie gehabt, mit der Ausnahme, dass einige Dorfkirchen haben, die nicht im 19.Jahrhundert gebaut worden sind.


St. Botolph, das deutet auf eine sehr alte Kirche hin. 


Und Teile scheinen das zu bestätigen.

Newbold on Avon, viel habe ich nicht herausbekommen. 
Was mir gefallen hat, ist die Tradition, wie ich sie sonst nur von jüdischen Friedhöfen kenne, dass man Grabsteine einfach stehen lässt, bis man eines Tages selbst die Inschriften nicht mehr lesen kann.
"Das Verblassen der Erinnerung" im wörtlichen Sinne. Und doch ist noch etwas da.


Was mich dagegen irritiert ist der unbekümmerte Umgang mit Kulturgütern, den ich immer wieder feststelle.


Das ist wirklich eine sehr schöne Steinmetzarbeit, die da völlig unbeachtet in einer Ecke rumsteht. Die könnte selbst ich ohne Probleme wegtragen. Scheint niemand zu interessieren!

In Rugby komme ich schon gegen 13:00 an. Schließlich muss ich ja einen legendären Ort erkunden.
Beim Reinfahren kommen mir allerdings Zweifel, ob ich dafür wirklich einen ganzen Nachmittag hätte einplanen sollen. 

Aber Rugby hat doch einiges zu bieten. Damit meine ich nicht sein fast komplett überdachte Einkaufsmeile! (Die realistische Einschätzung des Engländers, was sein Klima betrifft und die liebe zum trockenen Flanieren, hat schon extreme Bauwerke geschaffen - nicht immer schön, aber "trocken" halt)


Sondern natürlich die "Rugby Hall of Fame" und die legendäre Rugby School, wo die Sportart entstanden ist, die man, neben Kricket, mit englischer Kultur und Lebensart schlechthin verbindet.

Ich muss den weiblichen Teil meiner Leserschaft um Entschuldigung bitten, das wird wieder kein Tag für "Robbenbabies" und Romantik.

Dafür aber für mich ein hochinteressanter Einblick in die Welt von Rugby.


Die Rugby Hall of Fame hat wirklich einiges zu bieten. Vor allem verstehe ich das Spiel inzwischen ein klein wenig besser.



Hätte Ihr gedacht, dass der Ur-Rugby-Ball einen Kürbis zum Vorbild hatte. Nur langsam bildete sich die heutige Form heraus.


Hier kann man noch die Form der Schweinsblase erkennen, 



Und ab der 1.Hälfte des 20.Jahrhunderts erhielt er langsam seine heutige Form.

Witzig finde ich, wie sehr bei der Gründungssage, der Regelverstoß und die Widerborstigkeit seines "Erfinders" in den Mittelpunkt gerückt wird. Als wäre das Teil der "Rugby-Identität".


Denn dieser junge Mann, William Webb Ellis, erdreistete sich 1828, den Ball, nachdem er ihn gefangen hatte, nicht niederzulegen und dann zu kicken, sondern er begann mit dem Ball zu rennen.
"Die Geburtsstunde des Rugby - ein Regelverstoß".



Die Schule selbst - so very British - dass es fast nicht zu glauben ist. Warum muss ich bei diesen Bildern immer an "If" denken. Vielleicht sollten wir den Film nächste Saison im Türmle zeigen!!


Und hier der Ort an dem William los gerannt ist.



Bevor ich es mir endgültig mit meiner weiblichen Leserschaft verscherze, heute nur eine "Rätselfrage"


Wer ist das? Wie heißt die Position auf der er gespielt hat? Und was sind die Aufgaben auf dieser Position? - Für dich, John, eine Kleinigkeit!! Aber es gibt nichts zu gewinnen!

So und jetzt muss ich noch ein Geständnis machen. Eigentlich gehört es zum Pflichtprogramm eines jeden "Ex-Englischlehrers" in Stratford-upon-Avon" vorbei zu schauen. Hatte ich ursprünglich auch vor.
Doch dann merkte ich, dass ich dann an dem Wohnort meiner Stiefschwester Barbara vorbei fahren würde, ohne sie zu besuchen, und Stratford - Brackley -Oxford da müsste ich irgendwie im Kreis rum fahren.
Nein, das kann ich nicht machen, so nahe an Barbara "vorbeifahren". Sorry Shakespeare, du musstest 550 Jahre auf meinen Besuch warten, da kommt es auf 1-2 Jahre auch nicht mehr drauf an. Und du weißt es ja eh, dass du für mich der Größte bist!!
Und Barbara, habe ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen!

Also, falls, mein Blog Morgen kürzer ausfallen sollte, dann liegt es daran, dass wir uns viel zu erzählen haben!

Seit Tagen hat es  es kein Lied gegeben, das wir hätten zusammen singen können. Das heutige, habe ich in der Bar gehört, was mich fast veranlasst hätte in den Regen hinaus zu flüchten. Aber wenn man das "Lokalkolorit" einfangen will, dann geht das manchmal nicht ohne Schmerzen ab. Also, knirsch, wir singen heute, nach der Melodie "La Paloma blanca" (und behaupte bloß keiner er kenne das Lied nicht!)
THE CIDER DRINKER

When the moon shines on the cow shed
and we're rolling in the hay,
All the cows are up there grazin'
and the milk is on its way.

[Chorus] I am a Cider Drinker,
I drinks it all of the day,
I am a Cider Drinker,
it soothes all me troubles away,
Ooh arrh, ooh arrh ay, Ooh arrh, ooh arrh ay
(Proper Job! Wanna try some, young 'un? C'mon, young 'un! Get a couple o' pints down 'ee then.)


It's so cosy in the kitchen
with the smell of rabbit stew,
When the breeze blows 'cross the farm yard
you can smell the cow shed too.
(Cor! Oi never smelt nothin' like it in all me loife)

When those combine wheels stops turnin'
and the hard days work is done,
Theres a pub around the corner
It's the place we 'ave our fun.
(Arrh! We'll 'ave some fun an' all!)

(C'mon, young 'un! Get a couple o' pints down 'ee then.)

Now dear old Mabel when she's able,
we takes a stroll down Lovers Lane,
And we sinks a pint o' Scrumpy,
then we'll play old natures game.
(Ah, ha, ha! Ooh, arrh!!)


But we end up in the duckpond
when the pub decides to close,
With me breeches full o' tadpoles,
And the newts between me toes.
(Cor! Mate!)

[Chorus]
(tja, so geht es nun mal auf dem Land zu! Wusstet Ihr das nicht?)

1 Kommentar:

  1. Darf ich? Als Schal-Anteil Nachtrag. Sir Gareth Owen Edwards wurde 1947 geboren und gilt als einer der besten Rugby Spieler. Kapitän und Gedrängehalb-Spieler aus Wales. Jetzt muss ich aber ins Bett. Auch wenn es nichts zu gewinnen gibt.

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