Sonntag, 23. Juli 2017

47. Tag: Abschlusstag in Aachen

keine Route mehr!


Das war der perfekte Abschlusstag einer sehr, sehr schönen und abwechslungsreichen Reise.
Also eines muss ich gleich zu Anfang gestehen, zur Exkursion nach Würselen hat es leider nicht gereicht, obwohl ich mir den Kreisverkehr gerne angeschaut hätte. Es gab zu viel interessantes in Aachen zu sehen und zu tun.
Am Morgen hatte ich mir etwas besonderes vorgenommen, etwas was ich die ganze Reise nicht getan habe!


nein, falsch. Ich bin nicht ins Casino gegangen, sondern in die Carolus Therma. 
Der gute Scharlemang wusste schon, warum er seine Pfalz in Aachen aufgeschlagen hat und warum er immer gerne hier her zurück kam.

Die Therme hat meinen Radlerbeinen ausgesprochen gut getan! Das war einfach nur schön.
Und soll gut für die Gelenke sein! Also perfekt.

Dann nach der Mittagspause ein weiteres Highlight. Das Forum Ludwig. Das ist jede Menge Hochkarätiges vereint. 


Jonathan Borofsky, der ja eine documenta Ikone mit seinem Himmelsstürmer geschaffen hat, ist hier mit seinem/r Clown-Balerina vertreten. Claes Oldenburg, Jeff Koons, Warhol, Hering, Duane Hanson, Nam Jun Paik, die Fotorealisten und, und und....

viel Bekanntes, aber auch viel Anregendes.  Die Sonderschau von Videokunst von Erik Levine hat mich sehr beeindruckt. Die Filme sind ungeheuer eindrücklich. Setzen sich mit "More Men" - Machismo im amerikanischen Sport, Großtierjagden,  mit Schlachthöfen, "Stilleben"- Menschen im öffentlichen Raum ... auseinander, nicht wie man vielleicht von den Titeln vermuten könnte sondern es ist gerade anders herum, man wartet geradezu auf die "sensationalistischen" Bilder, und sie kommen nicht. Man hat praktisch immer 2 Filme gleichzeitig am Laufen, den den man sieht, und die Bilder, die bei einem selbst ablaufen, ... sehr sehr gut.

Nach der Kaffeepause, noch einmal Aachen, historisch, das Stadtmuseum. Schön gestalteter geschichtlicher Überblick. Erfreulich sparsam, dafür sehr aussagekräftige Objekte.




Ein wirklich weitgespannter Tag mit vielen neuen Eindrücken.
Und dann kommt noch die Kirsche auf das Sahnehäubchen. Ich komme an einem Kino vorbei - da läuft der Film auf den ich schon seit Monaten gewartet habe:


Luc Besson hat wohl die gleichen Comic-Lieblinge gehabt wie ich. Valerian und Veronique  ist seit den 80er Jahren eine Lieblingsserie von mir. Sie gehört zu den Highlights von Pilote, die dann im Zack-Maganzin auf Deutsch herauskamen und später bei Carlsen als Alben. Jean-Claude Mézières  gehört zu den ganz großen Zeichnern. Und Besson hat eine sehr ansprechende Verfilmung hinbekommen. Die sich wohltuend von den US-Comic-Verfilmungen unterscheidet.
Ein perfekter Abschluss der Reise.

Heute hat mir Friederike ihr Resümee der Reise zugeschickt. Ich werde mich dann  - so hoffe ich doch - aus Engen noch einmal melden, aber bestimmt erst am Dienstag Morgen. Ja, liebe Freunde des Reiseblogs, so langsam müsst Ihr Euch nach einer anderen Frühstückslektüre umsehen!

" Die Reiseleitung hat mich gebeten nochmal was zu schreiben über England und die Radreise. Das      mach ich doch gerne, auch wenn schon mehr als vier Wochen vergangen sind, seit ich auf dem    
  Flughafen Zürich die Kiste mit großer Rachelust zertrampelt habe:

10 Dinge, die mir an England gefallen haben:

     1.     Die alten Bahnstrecken. Auf denen man so wunderbar bequem über die englischen Hügel  fahren        kann.
     2.  Porridge zum Frühstück. So warm, weich und irgendwie tröstlich. Vor allem wenn sich im    
          Frühstücksraum alle anderen die fetten Schweinswürste und Spiegeleier  reinschaufeln.
     3.  Der Holunderduft. Auf dem Weg nach Norden war der Holunder immer gleich weit, gerade richtig      in Blüte, mit diesem herrlichen, würzigen Duft. 
     4. Die Hecken. Wunderbare englische Erfindung um den Wind abzuhalten.  Als Radfahrer kann man   
         oft grad noch so drüberschauen, wenn man dann absteigt, um ein schönes Foto von Pferden,   
         Schafen, Hügeln zu machen, dann ist man leider zu klein. 
     5. Der kleine Begrüßungssnack in allen B&B: Teekocher, Teebeutel, Instantkaffeetütchen und Kekse.
     6. Das englische Pfund. Da fühlt man sich doch wirklich im Ausland. 
     7.  Die gut erzogenen Hunde. Das weiß man als Radfahrer wirklich zu schätzen. Kein einziger Hund   
        hat uns angebellt, an der Leine gezerrt, ist hinterher gelaufen. Immer schön gesessen, mit Blick zum     Herrchen/Frauchen, egal ob angeleint oder nicht. 
    8. Auch die höflichen Autofahrer. Die wirklich versucht haben Rücksicht zu nehmen, obwohl wir -für   
        sie überaus überraschend- auf Ihrer Straße waren. Dass sie links fahren… naja. 
    9. Sorry, das muss ich jetzt einfach doch noch loswerden: das Essen hat mir nicht gefallen. Überhaupt   nicht. Und ich frage mich schon, wie man ohne Gemüse, Salat und Obst überleben kann, so auf    
        Dauer. 
  10. Unsere Radreise. England war landschaftlich sehr schön, oft überraschend,  witzig und skurril und     irgendwie sehr fremd. Und durch das Radfahren ist man ein bisschen näher herangekommen. Das   
        hat mir sehr gefallen.

Wir sehen uns in Engen!         

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