die Route
Gent heute Morgen ist nahezu unheimlich ruhig. Ich vermute, dass die Stadt ihren Brummschädel pflegt.
Aber die Bühnen, an denen ich beim Rausfahren vorbeikomme sind schon wieder Picobello, das kann heute Abend weiter gehen.
Die Schelde ist schnell gefunden. Heute geht es ein großes Stück am Fluss entlang. Ich muss nur aufpassen, dass ich rechtzeitig abbiege, denn nach Antwerpen will ich natürlich nicht.
D E R Bach soll die Schelde sein? Na ja, ein Arm. Aber die Schelde ist ein Gezeitenfluss, über 100 km im Inland wirken sich die Gezeiten noch aus, da sie so wenig Gefälle hat.
Und jeden Tag auf´s Neue muss ich die belgischen Radwege loben. So was von gute Beläge, super Ausschilderung und wo es einmal klemmt, da kommt mein belgisches Lieblingswort zum Tragen:
Fahrräder spielen wirklich eine Sonderrolle.
Aber ein anderes Schild habe ich besonders ins Herz geschlossen.
Ich weiß schon, flämisch geht anders als deutsch. Trotzdem soll man Kinder "spaaren".
Je weiter Gent hinter mir liegt, desto seltsamer ist es, dass es immer noch beängstigend ruhig ist. Dann fällt mir auf, dass in den Orten alle Geschäfte geschlossen haben. Mmh? Also doch nicht Brummschädel?
Das muss einen anderen Grund haben. Heute ist Feiertag!
Inzwischen weiß ich, dass der 21.Juli der Unabhängigkeitstag ist.
D.h. genau genommen war die erste Regierunbsbildung nach der Rebellion der katholischen Provinzen gegen die calvinistischen Niederlande bereits im September 1830 und im November gab es die ersten Wahlen. Aber Nationalfeiertag ist die "Thronbesteigung" Leopolds 1831. Die katholischen Provinzen wurden erst 1815 den Niederlanden zugeschlagen.
Natürlich haben die flämischen Provinzen und die Niederlande eine lange gemeinsame kulturelle Tradition.
Wie es scheint, nutzt ein großer Teil der Belgier um bei schönem Wetter ans Meer zu fahren. Die Dörfer und Ortschaften sind wie ausgestorben. Und die Schelde ist über weite Strecken auch kein Blickfang
Kenne ich gut von anderen Flüssen. Wenn auf dem Damm kein Weg ist, fährt man unten entlang.
Bei allem gemütlichen Feiertagsradeln, darf ich auf keinen Fall, die Abzweigung verpassen, die nach Mechelen führt.
Da vorne, das muss Briel sein, da macht die Schelde den Knick nach Norden und ich will weiter nach Osten.
Bis Mechelen geht es durch ein sehr ländliches Flandern. Schön, einsam, sehr still. Auf den Weiden eines großen Gestüts muss ich ein wenig länger bleiben. Eine ganze Weide mit Stuten, die entweder gerade gefohlt haben oder kurz davor sind. Ich zähle 4-5 Fohlen, die sicher erst ein paar Tage alt sind.
Um 15:00 Uhr bin ich in Mechelen. Die Stadt hat viel zu bieten. Aber dankenswerter Weise alles auf sehr engem Raum.
Ehe ich mich auf die Besichtigungstour durch´s feiertägliche Mechelen mache gehe ich auf den Bahnhof.
Ich muss Euch nämlich ein Geständnis machen. Hier in Mechelen endet der Radfahrteil der diesjährigen Sommertour.
Ich habe lange hin und her gerechnet und mir das Restprogramm angeschaut.
Eigentlich wollte ich ja bis Aachen fahren. Das hätte gerade mal so hingehauen, mit zwei knackigen Etappen zum Schluss und wahrscheinlich kaum Zeit für Aachen - das ich überhaupt nicht kenne.
Den Zug von Aachen nach Engen habe ich schon vor 14 Tagen in England gebucht und die Fahrkarte bei meiner Schwester ausdrucken lassen. Nach den Erfahrungen im letzten Jahr, wollte ich nicht auf den letzten Drücker warten, und dann keine Fahrradmitnahme mehr zu bekommen.
DAS HEISST IM KLARTEXT!!!
Morgen radle ich gemütlich zum Bahnhof, zuckle mit Regionalbahnen über Leuven undWelkenradt und werde Morgen Spätnachmittag in Aachen sein und habe den Sonntag ausgiebig Zeit mir die Kaiserstadt anzuschauen.
Und Montag geht es dann mit dem Zug nach Engen.
Als ich Tickets in der Hand habe, - kommt ein wenig Wehmut auf! Und gleichzeitig aber auch Vorfreude, wieder heim zu kommen - und am Montag soll das Wetter ja auch wieder mies werden.
Also auf zum Abschiedsbierchen in die Altstadt.
Zuerst aber das Weltkulturerbe abklappern.
Mechelen ist schon immer Industriestadt gewesen. Die erste Eisenbahnlinie auf dem "Kontinent" wurde 1835 von Brüssel nach Mechelen in Betrieb genommen. Heute hat Procter & Gamble ein riesiges Werk am Rande der Stadt. Kelloggs bäckt hier Pringles für den europäischen Markt.
Mechelen hat viel zu bieten. Ähnlich wie Veurne, ist Mechelen ein wenig beachtetes Juwel.
Der Turm der St. Rombouts Kathedrale ist so hoch, dass man von dort aus sowohl Anderlecht als auch Brüssel sehen kann. Kann ich nicht bestätigen der Glockenturm war zu. Der Große Markt ist ein Kleinod. Die Bühne ist schon aufgebaut, und eine Bluesband spielt. Aber auf dem schattenlosen Platz ist kaum jemand. Es ist gnadenlos heiß Zuhörer bewegen sich nicht aus den Schatten der Cafes.
D.h. genau genommen war die erste Regierunbsbildung nach der Rebellion der katholischen Provinzen gegen die calvinistischen Niederlande bereits im September 1830 und im November gab es die ersten Wahlen. Aber Nationalfeiertag ist die "Thronbesteigung" Leopolds 1831. Die katholischen Provinzen wurden erst 1815 den Niederlanden zugeschlagen.
Natürlich haben die flämischen Provinzen und die Niederlande eine lange gemeinsame kulturelle Tradition.
Wie es scheint, nutzt ein großer Teil der Belgier um bei schönem Wetter ans Meer zu fahren. Die Dörfer und Ortschaften sind wie ausgestorben. Und die Schelde ist über weite Strecken auch kein Blickfang
Bei allem gemütlichen Feiertagsradeln, darf ich auf keinen Fall, die Abzweigung verpassen, die nach Mechelen führt.
Da vorne, das muss Briel sein, da macht die Schelde den Knick nach Norden und ich will weiter nach Osten.
Bis Mechelen geht es durch ein sehr ländliches Flandern. Schön, einsam, sehr still. Auf den Weiden eines großen Gestüts muss ich ein wenig länger bleiben. Eine ganze Weide mit Stuten, die entweder gerade gefohlt haben oder kurz davor sind. Ich zähle 4-5 Fohlen, die sicher erst ein paar Tage alt sind.
Um 15:00 Uhr bin ich in Mechelen. Die Stadt hat viel zu bieten. Aber dankenswerter Weise alles auf sehr engem Raum.
Ehe ich mich auf die Besichtigungstour durch´s feiertägliche Mechelen mache gehe ich auf den Bahnhof.
Ich muss Euch nämlich ein Geständnis machen. Hier in Mechelen endet der Radfahrteil der diesjährigen Sommertour.
Ich habe lange hin und her gerechnet und mir das Restprogramm angeschaut.
Eigentlich wollte ich ja bis Aachen fahren. Das hätte gerade mal so hingehauen, mit zwei knackigen Etappen zum Schluss und wahrscheinlich kaum Zeit für Aachen - das ich überhaupt nicht kenne.
Den Zug von Aachen nach Engen habe ich schon vor 14 Tagen in England gebucht und die Fahrkarte bei meiner Schwester ausdrucken lassen. Nach den Erfahrungen im letzten Jahr, wollte ich nicht auf den letzten Drücker warten, und dann keine Fahrradmitnahme mehr zu bekommen.
DAS HEISST IM KLARTEXT!!!
Morgen radle ich gemütlich zum Bahnhof, zuckle mit Regionalbahnen über Leuven undWelkenradt und werde Morgen Spätnachmittag in Aachen sein und habe den Sonntag ausgiebig Zeit mir die Kaiserstadt anzuschauen.
Und Montag geht es dann mit dem Zug nach Engen.
Als ich Tickets in der Hand habe, - kommt ein wenig Wehmut auf! Und gleichzeitig aber auch Vorfreude, wieder heim zu kommen - und am Montag soll das Wetter ja auch wieder mies werden.
Also auf zum Abschiedsbierchen in die Altstadt.
Zuerst aber das Weltkulturerbe abklappern.
Mechelen ist schon immer Industriestadt gewesen. Die erste Eisenbahnlinie auf dem "Kontinent" wurde 1835 von Brüssel nach Mechelen in Betrieb genommen. Heute hat Procter & Gamble ein riesiges Werk am Rande der Stadt. Kelloggs bäckt hier Pringles für den europäischen Markt.
Mechelen hat viel zu bieten. Ähnlich wie Veurne, ist Mechelen ein wenig beachtetes Juwel.
Der Turm der St. Rombouts Kathedrale ist so hoch, dass man von dort aus sowohl Anderlecht als auch Brüssel sehen kann. Kann ich nicht bestätigen der Glockenturm war zu. Der Große Markt ist ein Kleinod. Die Bühne ist schon aufgebaut, und eine Bluesband spielt. Aber auf dem schattenlosen Platz ist kaum jemand. Es ist gnadenlos heiß Zuhörer bewegen sich nicht aus den Schatten der Cafes.
Gotik, Renaissance, Neu-Gotik, ein wilder Mix, aber das Ensemble funktioniert.
Die Rombouts Kathedrale ist wieder eine im Barock aufgemotze gotische Kathedrale aber mit vielen wunderschönen Details.
Ein absolut verrückte Barockkanzel aus Holz geschnitzt, ein riesiger Baum.
mit Schnecken, Eichhörnchen und Schlangen.
Der Kopf der Schlange ist blankgewetzt. Da haben Generationen von Predigern drauf getreten.
Die Tafelbilder sind zwar in erbärmlichem Zustand, aber sehr schön.
Genug sightseeing, jetzt setz ich mich in ein gemütliches Restaurant am Kanal und trinke mein letztes belgisches Bier auf dieser Tour.
Aber aus Aachen melde ich mich natürlich auch noch!!
Ach so: noch ein kleiner Rückblick auf die Insel:
10 Dinge die mir in England gefallen haben:
1. Den "englische Humor", ihn gibt es nach wie vor, im Alltag, im beiläufigen Gespräch. Weniger
im Fernsehen, da reißen Männer in Frauenkleidern und Strickwesten, zweideutige Witze, BBC
Primetime!
2. "Sweet old ladies" - die sich nicht unterkriegen lassen.
3. Die alten englischen Pubs. Die es auch noch gibt, und die auch immer noch gutes Essen haben.
"Lamb shanks" - anscheinend seit einiger Zeit "in Mode" gekommen - aber sehr, sehr lecker.
4. Meine 5 englisch/schottische Lieblingsstädte: Cambridge, Edinburgh, Chester, Oxford, Canterbury
5. Englische Burgen
6. Die Freundlichkeit und Höflichkeit mit der man sich bis in den Nachmittag mit "Morning!"
begrüßt.
7. Und das wunderbare ländlich England, mit den kleinen Sträßchen, mit den Hecken, Brückchen
und Weiden.
8. Die kleinen Brauereien, die wirkliche gutes Handwerk pflegen.
9. Englische Gärten
10. Englische Seebäder,- weil sie so surreal vorgestrig sind.












