Mittwoch, 7. Juni 2017

1.Tag: Engen-Zürich-Luton-Royston

Oh weh, eigentlich bin ich viel zu müde zum schreiben. Diese englischen Hügel haben es in  sich und statt den vorgesehenen 40 km sind wir 60 km gefahren.  Der Wind hat auch kräftig geblasen doch es war anfangs schön sonnig, gegen später haben immer wieder dunkle Wolken gedroht, aber es kam kein Regen. In Stevenage haben wir ein Mandala gefahren, man kann es auf der Naviaufzeichnung gut erkennen, wir sind einfach nicht aus dieser Stadt herausgekommen. Und kein Mensch kannte sich aus, alle die wir gefragt haben, sind gerade erst frisch hierher gezogen. Da muss eine richtige Völkerwanderung stattgefunden haben.
Höflich ist der Engländer und ein rücksichtsvoller Autofahrer auf den kleinen Sträßchen, aber wehe man wagt sich- in Ermangelung von Alternativen und um endlich aus dem Mandala auszusteigen- auf eine größere Straße. ,Da muss ich jetzt mal den Polen Abbitte leisten, auf die ich letztes Jahr so geschimpft habe: also ich finde dass Polen doch ein recht radfreundliches Land ist. Jawoll!
Der Linksverkehr ist natürlich gewöhnungsbedürftig und echt angsteinflößend ist es auf einer kleinen Straße, die sich zwischen hohen Hecken schlängelt, ganz brav auf der linken Seite zu fahren und dann kommt eine Linkskurve und man hört ein Auto herannahen. Grrr.
Trotzdem: herrliche Landschaft, diese hohen Hecken und hohen Bäume, sehr oft sind es Eichen. Und immer wieder ein kleines Bauernhaus oder Gehöft aus dunklen Klinkersteinen mit schönen Rosen im Vorgarten. Wir haben auf einem Feld sieben Hasen gesehen und eine Fasanhenne.


Aber jetzt lass ich mal den Manne von der erfolgreichen Flugreise erzählen. Es war auf jeden Fall super vom Flughafen mit den Rädern loszufahren, auch hier haben wir erstmal ein kleines Mandala gefahren bis ein Flughafenangestellter uns den Weg hinaus gewiesen hat.

Also ich finde, wir haben uns für den ersten Tag richtig gut geschlagen!

Die Anspannung der vergangenen Tage, vor allem, was die Anreise betraf, war im Nachhinein unnötig gewesen.
Zuerst waren ja die Kartons nicht wirklich passend. Passend gemacht und mit einem halben Kilometer Gewebeband  gesichert sah unser Gepäck eher abenteuerlich aus - ob die das so annehmen werden?
Arme Fahrräder. - Zuerst entpedalt, dann entgelenkstangt, dann entvorderradt und entsattelt - und es gab immer noch Beulen.

Danke, Klaus!!!  Ohne dich hätte ich wahrscheinlich schon beim Vorderrad aufgegeben. Die Bremsen lösen- klar! Muss man drauf kommen, dann geht auch das Vorderrad raus, - ganz einfach.

Das gleiche mit den Satteltaschen. Ein Gepäckstück ist erlaubt. Wir haben aber je 2 Satteltaschen- also: aus 2 mach 1:


Da waren schon 2 Rollen Panzerband verbraucht. 

Alles gepackt. Was liegt da noch rum? - Das darf doch nicht wahr sein! Friederikes Sattel! Keine Chance, sie ließ sich nicht davon überzeugen, dass Sättel allgemein überschätzt werden, und nach einigen Kilometern eher den Hintern malträtieren.  
Ein Glück, dass ich ich  noch für Gewebebandnachschub gesorgt habe!
Dienstag Abend kommt Christoph mit Anhänger, der so lieb ist,  uns zum Flughafen zu fahren!





War eigentlich optimal! Eigentlich! Klappte wirklich gut, - bis wir feststellten, dass easyjet im Terminal 3 ist, was nur über ein Parkhaus erreichbar ist,- an dessen Eingang in Bildersprache erklärt wurde, dass Fahrzeuge mit Anhänger nicht einfahren dürfen! Da dachten wir, "Ok?"
Was jetzt? Christoph fährt trotzdem rein. Und in endlosen Spiralen hinunter zum Terminal 3. Alles kein Problem. Es hat genügend Parkplätze, so dass das Auto mit Anhänger kurz stehen bleiben kann.
UND DANN ..die Riesenüberraschung. Aus aus dem Parkhaus, rein in die Abfertigungshalle, keine 50 Meter, gleich rechts, die easyjet Schalter. - Boardingkarte zeigen, total easy - jet. Unsere Gepäckstücke bekommen eine Banderole. Wir gehen 30 m weiter zum Sperrgut. Abladen aufs Band. Fertig.
Der Flug genauso unkompliziert. 
Die letzten Tage haben wir uns immer wieder gefragt, was machen wir mit den Kartons? Die Fahrradkartons werden von einem jungen Mann durch die Tür geschoben. Die Satteltaschen kommen gleichzeitig an. Fantastisch!
Noch im Gepäckbereich ist eine Ecke der Putzkräfte. Zufälligerweise ist einer der Chefs da, ich frage ihn was wir machen sollen. "Kein Problem! Die Kartons entsorgen wir,  wenn Ihr uns helfen wollt, dann packt erst nach der Einkaufspassage aus, dahinten bei den Mülleimern könnt Ihr Alles hinstellen, Wow! Wasnservice!
Also mit dem Teppichmesser alle Panzerbänder aufgeschnitten, und mit der Montage begonnen. Und wieder klemmt es mit dem Vorderrad, die Bremsen habe ich aufgekriegt, aber entweder ist das Vorderrad gewachsen oder die Gabel geschrumpft. Wir stellen und deutlich dämlich an!
Zum Glück sieht das ein junger Mann, Andrej, der seine Mutter abholt, die die Familie in Rumänien besucht hat. Andrej verdient sein Geld als Fahrradbote.
In Nullkommanichts hat er die beiden Fahrräder zusammengebaut. Seine Mutter die gerade ankommt ist stolz auf den hilfsbereiten Sohn. - Leider kann ich das Foto von Andrej nicht einstellen, weil es mit dem Smartphone gemacht wurde und sich gerade nicht drehen lässt.
Aber es kann losgehen. Um Viertel nach Eins sind wir auf  der Strecke.

Wie Friederike schon sagte, aus dem Flughafengelände mit dem Fahrrad rausfahren ist keine einfache Sache. Aber auch hier hat ein netter Parkwächter weitergeholfen.
Aber jetzt bin ich auch bettreif!! Über Royston, den Roy stone, die Obstgärten und die Cambridgestudenten Morgen vielleicht mehr. Das soll ja dann wirklich eine entspannte Kurztour werden.




48.Tag: Aachen nach Engen und Schluss

Er ist wieder da! Wieder hier! ( Muss nicht mitgesungen werden) Eine wunderschöne Tour ist zu Ende, 2.101km sind es geworden! Die Rü...