(friederike)Ein sehr windiger und sonniger Tag, die Wolken sind nur so über den Himmel geschoben worden und unsere Hamburger Freunde haben eben berichtet, dass das schlechte Wetter bei ihnen gelandet ist. Sorry. Wir wurden verschont, haben Sonnenbrand und müde Beine, weil der Wind die letzten 15-20 km von vorne kam.
Aber wir hatten genügend Kalorien/Energie intus, denn der Tag begann mit "real breakfast ". Manne bestellte alles außer grilled tomatoes und beans- also Würstchen, Bacon, Eier, Pilze- Und ich hab notgedrungen Rührei und Toast bestellt. Aber Toast gehört immer dazu "love" lächelte die Frau und brachte mir drei Eier. Drei! Wahrscheinlich habe ich ihr leid getan.
Und dabei hatte ich noch mit dem "richtig englischen" Abendessen von gestern zu tun:
Das war Pastete mit Fleisch drin, Kartoffeln, "Gemüse" und über allem diese braune Soße "Gravey", die der Manne aus reinen Nostalgiegründen auch noch heftig verteidigt hat.
Tut mir leid, aber dieses Foto musste sein, man will ja nichts beschönigen.
Heute Abend waren wir Spaghetti essen, das war sehr sehr lecker!
Und so schön sah es heute aus:
Wir sind die ganze Zeit den Radweg 1 gefahren, sehr lange entlang von einem Fluss bzw. Kanal und die meiste Zeit auf einem guten Teerweg. Und wieder war kaum ein Mensch unterwegs, obwohl Sonntag war. Und gutes Wetter! Da hätte man doch Familien mit Kindern, Freizeitsradlern, Ausflüglern begegnen sollen, aber was immer die Engländer an einem schönen Sommersonntag machen, Radfahren gehört offensichtlich nicht dazu.
Aber wenn jemand entgegen kommt, wird immer sehr freundlich gegrüßt, man wünscht sich gute Weiterfahrt, winkt und die Hundebesitzer sorgen dafür, dass der Hund nicht vors Fahrrad läuft. Sehr nette Leute!
Und dann kamen wir in Lincoln an, nach echtem Kampf gegen den Wind von vorne und mussten unsere Fahrräder den steilen Burgberg hochschieben. Der einzige Hügel weit und breit in diesem flachen Land.
Die ultraschmalen Hausboote sehen auf den eher breiten Kanälen irgendwie fehl am Platz aus. Ist aber sicher sehr reizvoll hier rumzutuckern.
Auf dem ersten Drittel der Strecke waren wir längere Zeit wunderbar von Hecken und Bäumen ge- schützt.
Der alte Bahnhof ist jetzt Café und 2 alte Waggons sind als Zimmer umgebaut worden. Richtig nett.
Dahinter muss ein "Sammler" stecken, der mit seinen Schätzen nicht mehr wusste wohin damit.
Ein heiße Mischung aus Industriegeschichte, Militaria (in der Gegen spielt wohl die RAF eine größere Rolle) - und einer Dokumentation des "legendären" Lincoln Great-Western-Festival von 1972.
Als ich die Bilder sah, - ich war im Spätsommer diesen Jahres nach London gekommen, um als Assitsant Teacher im St.Mary´s Technical College zu arbeiten - kamen von ganz weit her die Erinnerungen, dass ich die "Nachbeben" dieses Großereignisses noch mitbekommen habe. Und in den Schallplatten, die ich damals mitbrachte, findet sich ein ziemlich genauer Querschnitt dieses Festivals.
Alle Welt schwärmte noch von dem Ereignis, - das letztendlich wie Woodstock im Wolkenbruch endete. Auf dem Plakat sind nicht annähernd alle Gruppen aufgeführt.
Da waren auch noch Alexis Korner, Genesis, Status Quo, Roxy Music, Incredible String Band, Lindisfarne, Wishbone Ash, Humble Pie, The Faces, Joe Cocker und und und...
Sowohl die Betreiber der Eisenbahnstation, wie auch deren Gäste wirkten allesamt wie von einem Festival-Klassentreffen übrig geblieben (uns natürlich eingeschlossen) Im Gästebuch zeigte uns der Wirt einen Eintrag aus der letzten Woche. Ein Ehepaar aus Kanada,das sich auf dem Festival kennengelernt hatten, und zum 45. Jahrestag nach Bardney gekommen waren um zu feiern.
Ach ja, zur "potato railway": Das war eine Schmalspurbahn, die wirklich hauptsächlich gebaut wurde, um die Kartoffeln zu transportieren, die einer der ersten Englischen Kartoffelchipsbarone für seine "Smith´s Potato Crisps" gebraucht hat.
Von der ehemaligen Trasse ist allerdings kaum noch was zu erkennen.
Schon von weiten haben wir die Kathedrale von Lincoln in der Ferne erkennen können. Fast wie eine Fata Morgana, unwirklich wie Avalon, völlig aus der Zeit gefallen.
Als wir die Kathedrale später besucht haben, verstärkte sich dieser Eindruck eher noch. So gewaltig hätte ich mir diese zu den wichtigsten gotischen Kirchen gehörende Kathedrale nicht vorgestellt.
Vor allem die enorme Länge des Kirchenschiffes ist unglaublich:
Dort wo die Orgel zu erkennen ist, hört das Schiff nicht etwa auf, da liegt nur das Querschiff, hinter dem Lettner geht es fast noch einmal so lang weiter.
Viel mehr als die ganze Monumentalität haben mich aber die Normannischen Elemente fasziniert, die vor allem in den Portalen noch zu erkennen sind.
Tut mir leid, aber dieses Foto musste sein, man will ja nichts beschönigen.
Heute Abend waren wir Spaghetti essen, das war sehr sehr lecker!
Und so schön sah es heute aus:
Aber wenn jemand entgegen kommt, wird immer sehr freundlich gegrüßt, man wünscht sich gute Weiterfahrt, winkt und die Hundebesitzer sorgen dafür, dass der Hund nicht vors Fahrrad läuft. Sehr nette Leute!
Und dann kamen wir in Lincoln an, nach echtem Kampf gegen den Wind von vorne und mussten unsere Fahrräder den steilen Burgberg hochschieben. Der einzige Hügel weit und breit in diesem flachen Land.
Aber es ist ein wunderbares Bed & Breakfast- mit Frühstücksbuffet!!! und Obst!- und mit Blick über die ganze Stadt.
Und jetzt ich:
(manne)Das "Kings´s Arms" war ein richtiges englisches Pub, mit lecker Lincolnshire Bieren (genau 2 von 10), klar dass es da heute Morgen "richtiges" englisches Frühstück gab! - Aber bei aller Liebe zum Ausgefallenen. Jeden Tag könnte ich so nicht starten!
Der "Water Railway" ist wirklich ein ganz besonders schöner Abschnitt des Nordseeradweges Nr. 1. Sehr angenehm zu fahren - wenn nicht aus der falschen Richtung bläst - was er heute extrem heftig tat, viele lehrreiche Tafeln, schöne Rastplätze. Es hat den Anschein, dass sich England doch langsam zu einer Radfahrnation entwickelt, auch wenn es in der Breite noch nicht angekommen ist.
Die Lincolnshire Fens sind durchzogen von Entwässerungskanälen, ohne die Landwirtschaft in dieser Gegend nicht möglich gewesen wäre.
Auf dem ersten Drittel der Strecke waren wir längere Zeit wunderbar von Hecken und Bäumen ge- schützt.
Etwa 15 km vor Lincoln führte der Weg ein Stück weit auf der alten "potato railways" - Trasse.
In Bardney entdeckten wir dieses wunderbar schrullige Cafe, Bed & Breakfast, "heritage centre"Der alte Bahnhof ist jetzt Café und 2 alte Waggons sind als Zimmer umgebaut worden. Richtig nett.
Dahinter muss ein "Sammler" stecken, der mit seinen Schätzen nicht mehr wusste wohin damit.
Ein heiße Mischung aus Industriegeschichte, Militaria (in der Gegen spielt wohl die RAF eine größere Rolle) - und einer Dokumentation des "legendären" Lincoln Great-Western-Festival von 1972.
Als ich die Bilder sah, - ich war im Spätsommer diesen Jahres nach London gekommen, um als Assitsant Teacher im St.Mary´s Technical College zu arbeiten - kamen von ganz weit her die Erinnerungen, dass ich die "Nachbeben" dieses Großereignisses noch mitbekommen habe. Und in den Schallplatten, die ich damals mitbrachte, findet sich ein ziemlich genauer Querschnitt dieses Festivals.
Alle Welt schwärmte noch von dem Ereignis, - das letztendlich wie Woodstock im Wolkenbruch endete. Auf dem Plakat sind nicht annähernd alle Gruppen aufgeführt.
Da waren auch noch Alexis Korner, Genesis, Status Quo, Roxy Music, Incredible String Band, Lindisfarne, Wishbone Ash, Humble Pie, The Faces, Joe Cocker und und und...
Sowohl die Betreiber der Eisenbahnstation, wie auch deren Gäste wirkten allesamt wie von einem Festival-Klassentreffen übrig geblieben (uns natürlich eingeschlossen) Im Gästebuch zeigte uns der Wirt einen Eintrag aus der letzten Woche. Ein Ehepaar aus Kanada,das sich auf dem Festival kennengelernt hatten, und zum 45. Jahrestag nach Bardney gekommen waren um zu feiern.
Ach ja, zur "potato railway": Das war eine Schmalspurbahn, die wirklich hauptsächlich gebaut wurde, um die Kartoffeln zu transportieren, die einer der ersten Englischen Kartoffelchipsbarone für seine "Smith´s Potato Crisps" gebraucht hat.
Von der ehemaligen Trasse ist allerdings kaum noch was zu erkennen.
Schon von weiten haben wir die Kathedrale von Lincoln in der Ferne erkennen können. Fast wie eine Fata Morgana, unwirklich wie Avalon, völlig aus der Zeit gefallen.
Als wir die Kathedrale später besucht haben, verstärkte sich dieser Eindruck eher noch. So gewaltig hätte ich mir diese zu den wichtigsten gotischen Kirchen gehörende Kathedrale nicht vorgestellt.
Vor allem die enorme Länge des Kirchenschiffes ist unglaublich:
Dort wo die Orgel zu erkennen ist, hört das Schiff nicht etwa auf, da liegt nur das Querschiff, hinter dem Lettner geht es fast noch einmal so lang weiter.
Viel mehr als die ganze Monumentalität haben mich aber die Normannischen Elemente fasziniert, die vor allem in den Portalen noch zu erkennen sind.
Sind das Adam und Eva? Und was machen die Schlangen da? Woran halten sie sich fest, und warum lächeln sie so psychodelisch entrückt? Aber vor allem, warum hat Eva ihre Brüste auf dem Rücken.
Die Groteskmasken liegen tatsächlich quer an den Säulen. Zu Dutzenden. Einfach faszinierend.
Wie auch die Ornamente auf den Säulen.
Dass wir es nach der Kathedrale und dem mittelalterlichen Bischofspalast nicht mehr ins Schloss geschafft haben - ist schade, da eine von 4 noch erhaltenen Kopien der Magna Carta aufbewahrt wird, - müssen wir halt noch einmal in Lincoln vorbei schauen, ist auch sonst eine interessante Stadt.
Aber die Meldung des Tages kam heute gleich von 2 Seiten, aus Gingen und aus Konstanz: FC Rielasingen-Arlen spielt im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund. Maciej besorg mir eine Karte!!!












