Dienstag, 4. Juli 2017

28.Tag: In Liverpool

Vier Wochen bin ich jetzt schon unterwegs! Und 2-3 dürfen es meinethalben schon noch werden!

Ja! Heute dürft ihr mit mir das Lied anstimmen, das Ihr letzte Woche schon singen wolltet!



Life goes on day after day
Hearts torn in every way
So ferry 'cross the Mersey
'cause this land's the place I love
and here I'll stay
People they rush everywhere
Each with their own secret care
So ferry 'cross the Mersey
and always take me there
The place I love
People around every corner
They seem to smile and say
We don't care what your name is boy
We'll never turn you away
So I'll continue to say
Here I always will stay
So ferry 'cross the Mersey
'cause this land's the place I love
and here I'll stay
and here I'll stay
Here I'll stay
(Wer es nicht kennt, unbedingt auf you tube anhören: Gerry & the Pacemakers, Ferry ´Cross the Mersey")
So richtig geschmettert habe ich es heute Morgen  nicht, war noch verdammt früh. Um 6:30 kam die Belfast Fähre an und um 7:30 bin ich schon über den Mersey geschippert. Zusammen mit gut 2 Dutzend Radfahrern.


Vermutlich Pendler, auf dem Weg zur Arbeit.
Die Nacht auf der Fähre war ok. Ich muss wohl längere Zeit geschlafen haben, obwohl es keine wirklichen Sitze für diejenigen gab, die keine Kabine gebucht haben. Man hat es sich in den verschiedenen Bars und Restaurants so gut es ging bequem gemacht. Wobei die Sitze an den Wänden entlang eigentlich ganz ordentlich waren, etwas schmal zwar, aber man konnte sich ausstrecken. Wichtig dabei ist, dass man darauf achtet, sich "Fuß zu Fuß" zu platzieren. Bei meinem direkten Nachbarn, hat "Fuß zu Fuß" nicht wirklich "gereicht".
Aber ich bin nur um 3:00 mal wach gewesen! - Panik! Bei der Abfahrt hat man mir gesagt, ich soll meinen treuen Reisebegleiter dort auf den Fahrradanhänger heben und mit den Bändern festmachen.
Habe ich gemacht!
Hätte ich ihn an Bord wieder runter nehmen sollen? Bleibt das Fahrrad die Überfahrt auf dem trolley? Fährt der Trolley immer hin und her? 
Und wo bekomme ich mein Fahrrad wieder? - Schlaf weiter, jetzt kannst du eh nichts machen!!
Um 5:30 wird es langsam wieder lebhaft auf dem Schiff. Also einen Kaffee und eine Banane! Schon der Geruch des "full" English Breakfasts macht mir zu schaffen. - Sollte ich gar auf dieser Reise noch zum Vegetarier werden?

Und wie verbringt man einen Morgen, an dem es ergiebig vor sich hin nieselt in einer Stadt, in der noch keine Geschäfte aufhaben? 
Ins Hotel kann ich jetzt noch nicht! Aber man hat mir gesagt, dass ich das Gepäck schon mal unterbringen kann.

Gar nicht so leicht, wenn das Hotel ein ehemaliges Gefängnis ist:


Die Pforte bleibt geschlossen und auf  mein Klingeln passiert nichts. Also "sightseeing" mit Gepäck.
Zum Glück ist jetzt in der Nähe schon ein nettes Café auf. Alternativ zum "full" gibt es immerhin Spiegelei mit Speck auf Toast, - das geht gerade noch!

- Ach, dass ich es nicht vergesse! 
Mit Euch liebe Leser, könnte ich mich direkt bei "Wer wird Millionär" anmelden, mein Schwager und Telefonjoker in Sportfragen, Carlheinz, hat natürlich die richtige Antwort auf die gestrige Rätselfrage gewusst:

"Die Frau auf dem Bild trainiert für Camogie. Das ist die Frauenvariante für Hurling. Wird fast nur in Irland gespielt und ist anscheinend eines der schnellsten Mannschaftsspiele auf Gras. 15 Spieler pro Team und ein Spielfeld, das viel länger ist als ein Fußballfeld, 2 Tore usw..."

Doch zurück zu Liverpool

Was die Titanic für Belfast, sind die Beatles für Liverpool, kann ich ja verstehen,- sie gehören ja auch zu meiner musikalischen Biographie, und die ersten 2 - 3 Denkmäler sind ja noch ganz in Ordnung,- 


Aber in jedem 2.Block, die original-, und einzigartige Geschichte der Beatles, als Museum, in 3 D oder in Konzertmitschnitten angeboten zu bekommen - und beim Überqueren der Straße womöglich noch von einem "Magical Mystery Tour"Bus  über den Haufen gefahren zu werden, -  das ist dann doch etwas zu viel!
Ich flüchte in das Museum der Stadt Liverpool in der Hoffnung mein Wissen über Liverpool zu erweitern. 
Ich soll im.3.Stock anfangen, heißt es. Ich steige aus dem Lift und


stehe vor dem Bett des "Bed-ins" vonYoko Ono und John Lennon. Und natürlich auch hier, im halbe Stunden Takt, die "Geschichte der Beatles".
Zum Glück gibt es ja noch eine Fußball Abteil und eine Geschichte des Mersey-Sounds, und eine Geschichte der des Boxsports in Liverpool...
Ich bin ja, während meines Studiums ein echter Vertreter des "partizipativen" Museums gewesen, der unterhalten und bei Kindern und Jugendlichen Interesse wecken soll. 
Inzwischen, finde ich, ist dabei der Informationsgehalt vieler Präsentationen so gewaltig geschrumpft, dass ich mich unter Filmclips, Verkleidungstischen und "wie hat es sich angefühlt", als Schornsteinfegerjunge im 19.Jahrhundert zu leben, solide langweile. 
Aber immerhin, in Schottland, Irland und auch hier ist der Eintritt in Museen kostenlos.
Inzwischen hat der Regen etwas nachgelassen, also wieder "outdoor"- Liverpool.

An der "Waterfront" und den"Albert Docks" (sic!) komme ich aus dem Staunen nicht heraus! Was ist das denn!


Das geht ja hier genauso zu wie im Museum, ein Haufen "witziger" oder vielleicht auch guter Idee bilden einen unglaublichen Mix, der für mich der berühmten 5 Tage-Suppe in den Mensen der 70er Jahre entspricht, in die jeden Tag was Neues reingeschnippelt wurde - und die am Freitag immer gleich braun aussah! Haben wir damals jedenfalls behauptet.
Aber hier weiß ich wirklich nicht weiter.


Das sind nicht meine böswilligen Bildausschnitte, die ganze Innenstadt besteht aus Zitaten und einem unglücklichen Stilmischmasch, wobei jedes Gebäude für sich vielleicht sogar Qualitäten hat.



Das hier ist keine Stadt in "Nachkriegsdeutschland", in der die Innenstädte zerstört waren und schnellstmöglich wieder funktionieren mussten. Hier ist etwas anderes passiert. Die Abrissbirne Thatcher hat in den 70er Jahren ganze Branchen platt gemacht, so auch die Liverpooler Industrie und den Hafen. Die Hafenanlagen begannen vor sich hin zu modern und die Innenstadt wurde ein "fauler Zahn", den man "zurückgewinnen" wollte. 
Bei den Albert Docks ist das ja auch einigermaßen gelungen, wenn man mal von den Rummelplatzelementen drumdherum absieht.


Das hat in Hamburg funktioniert, das hat in Buenos Aires funktioniert, das funktioniert auch hier. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob die Säulen unbedingt einen fleischfarbenen Anstrich gebraucht haben.

Da die Architekten sich ihres Auftrags, eine Hafen-City neu zu gestalten wohl bewusst waren, sind die meisten auf keine dümmere Idee gekommen als "Schiffszitate" einzubauen. Vorzugsweise den Bug, denn er ist "vorwärtsstrebend" dynamisch, zeigt "in die Zukunft"




Die "Brücke" ist auch sehr "symbolträchtig" - Kommandozentrale!


Und für die Fressmeile, darf es schon auch der Kamin von einem guten alten Dampfer sein, weil der doch so gemütlich dampft.


Liebe Liverpudlianer! Ihr habt wirklich ein ausnehmendes Geschick bewiesen, aus vielen guten Zutaten etwas absolut unverdauliches herzustellen.
Oder manchmal auch nur das hässlichste zweier Epochen nebeneinander zustellen, in der Hoffnung, das minus mal minus plus ergibt.


Wenn es schon nichts mehr zu produzieren gibt, dann konsumiert wenigstens, das schafft auch Arbeitsplätze!!! Fresst, kauft, sauft! Die ganze Innenstadt  eine Schoppingorgie.
Lassen wir das. 
Und mittenmang die Beatles. Da hat der eine mal gepupst, da der andere hingepinkelt. 

Aber zum Glück gibt es ja noch den Fußball



Wer in unserem "Kennst du Liverpool?- Gewinnspiel" den ultimativen Kloppo-Schal gewinnen will,



muss 3 Fragen beantworten. 
Bei mehr als einem Gewinner entscheidet das Los.
Heute die erste Frage: "Warum scheiden sich an Toffees in Liverpool die Geister?"

Für den Fall, dass man es nicht lesen kann, auf dem Schal steht: "..then I saw his face, now I´m a believer- Jürgen Klopp" (singen wir im Anschluss nach dem berühmten Song der Monkeys, "I´m a believer)

Das war die erste und leichteste Frage zu Liverpool!

Morgen folgt der zweite Streich.
Bis dann Euch eine geruhsame Nacht - mir auch, ich werde heute nicht alt!!

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