Dienstag, 25. Juli 2017

48.Tag: Aachen nach Engen und Schluss

Er ist wieder da! Wieder hier! ( Muss nicht mitgesungen werden)

Eine wunderschöne Tour ist zu Ende,
2.101km sind es geworden!

Die Rückreise von Aachen hat wunderbar geklappt. Zuerst hatte ich ja gedacht, die Pausen zwischen den Anschlüssen seien etwas lang, aber das hat sich als prima Puffer erwiesen.
Am Bahnhof Aachen ging es los.


Und, liebe Friederike, da habe ich doch gleich die Route für das nächste Rad-Projekt entdeckt:


Na, wäre das nicht etwas für das nächste Jahr?? 

Die Rückfahrt:

Abschnitt 1: Aachen - Köln

 an beiden Bahnhöfen auffallend großes Polizeiaufgebot, aber allem Anschein nach waren sie auf Taschendiebe und Trickbetrüger aus. Kamen auch ständig Durchsagen.

Abschitt 2:  Köln Mainz.

War das gut, dass ich schon von Brackley aus die Fahrkarte gebucht habe, zum einen, weil es da noch günstige Tarife gab (Aachen-Engen, mit Fahrrad, 45,- €, das geht doch!), zum anderen war das Fahrradabteil mit etwa 20 Fahrrädern bis auf den   letzten Platz belegt. Aber, liebe Bundesbahn! Das war ja wohl ein Flopp. Gut, der IC war extrem lang, aber dass das Radabteil fast nicht mehr auf dem Bahnsteig war und dass dadurch eine Lücke   von fast einem halben Meter zum Eingang war, das war nicht lustig. Da mussten die Radler schon kräftig zusammenarbeiten, um alle Räder rüber zu hieven. Und bis das Chaos sich gelichtet hatte, bereiteten die ersten schon wieder den Ausstieg vor.

Abschnitt 3:Mainz- Karlsruhe

. Inzwischen hat man Kontakte geknüpft und die netten Damen, die 10Tage von Donaueschingen, den Donauradweg "machen" wollen, warnen mich zum Glück, dass der Zug aus 2 Teilen besteht, von denen nur der vordere Teil bis Karlsruhe geht. Da wäre ich doch beinahe falsch eingestiegen! Der Zug nach Karlsruhe hat 10 min Verspätung,

Abschnitt 4: Karlsruhe- Engen

der nach Konstanz 20 Minuten, passt alles wunderbar und um 20:45 Uhr bin ich wieder zu                   Hause!


Wie schön!!



Als dann, wir sehen uns! - Und drückt die Daumen, dass es nächstes Jahr wieder einen Blog gibt!!



Sonntag, 23. Juli 2017

47. Tag: Abschlusstag in Aachen

keine Route mehr!


Das war der perfekte Abschlusstag einer sehr, sehr schönen und abwechslungsreichen Reise.
Also eines muss ich gleich zu Anfang gestehen, zur Exkursion nach Würselen hat es leider nicht gereicht, obwohl ich mir den Kreisverkehr gerne angeschaut hätte. Es gab zu viel interessantes in Aachen zu sehen und zu tun.
Am Morgen hatte ich mir etwas besonderes vorgenommen, etwas was ich die ganze Reise nicht getan habe!


nein, falsch. Ich bin nicht ins Casino gegangen, sondern in die Carolus Therma. 
Der gute Scharlemang wusste schon, warum er seine Pfalz in Aachen aufgeschlagen hat und warum er immer gerne hier her zurück kam.

Die Therme hat meinen Radlerbeinen ausgesprochen gut getan! Das war einfach nur schön.
Und soll gut für die Gelenke sein! Also perfekt.

Dann nach der Mittagspause ein weiteres Highlight. Das Forum Ludwig. Das ist jede Menge Hochkarätiges vereint. 


Jonathan Borofsky, der ja eine documenta Ikone mit seinem Himmelsstürmer geschaffen hat, ist hier mit seinem/r Clown-Balerina vertreten. Claes Oldenburg, Jeff Koons, Warhol, Hering, Duane Hanson, Nam Jun Paik, die Fotorealisten und, und und....

viel Bekanntes, aber auch viel Anregendes.  Die Sonderschau von Videokunst von Erik Levine hat mich sehr beeindruckt. Die Filme sind ungeheuer eindrücklich. Setzen sich mit "More Men" - Machismo im amerikanischen Sport, Großtierjagden,  mit Schlachthöfen, "Stilleben"- Menschen im öffentlichen Raum ... auseinander, nicht wie man vielleicht von den Titeln vermuten könnte sondern es ist gerade anders herum, man wartet geradezu auf die "sensationalistischen" Bilder, und sie kommen nicht. Man hat praktisch immer 2 Filme gleichzeitig am Laufen, den den man sieht, und die Bilder, die bei einem selbst ablaufen, ... sehr sehr gut.

Nach der Kaffeepause, noch einmal Aachen, historisch, das Stadtmuseum. Schön gestalteter geschichtlicher Überblick. Erfreulich sparsam, dafür sehr aussagekräftige Objekte.




Ein wirklich weitgespannter Tag mit vielen neuen Eindrücken.
Und dann kommt noch die Kirsche auf das Sahnehäubchen. Ich komme an einem Kino vorbei - da läuft der Film auf den ich schon seit Monaten gewartet habe:


Luc Besson hat wohl die gleichen Comic-Lieblinge gehabt wie ich. Valerian und Veronique  ist seit den 80er Jahren eine Lieblingsserie von mir. Sie gehört zu den Highlights von Pilote, die dann im Zack-Maganzin auf Deutsch herauskamen und später bei Carlsen als Alben. Jean-Claude Mézières  gehört zu den ganz großen Zeichnern. Und Besson hat eine sehr ansprechende Verfilmung hinbekommen. Die sich wohltuend von den US-Comic-Verfilmungen unterscheidet.
Ein perfekter Abschluss der Reise.

Heute hat mir Friederike ihr Resümee der Reise zugeschickt. Ich werde mich dann  - so hoffe ich doch - aus Engen noch einmal melden, aber bestimmt erst am Dienstag Morgen. Ja, liebe Freunde des Reiseblogs, so langsam müsst Ihr Euch nach einer anderen Frühstückslektüre umsehen!

" Die Reiseleitung hat mich gebeten nochmal was zu schreiben über England und die Radreise. Das      mach ich doch gerne, auch wenn schon mehr als vier Wochen vergangen sind, seit ich auf dem    
  Flughafen Zürich die Kiste mit großer Rachelust zertrampelt habe:

10 Dinge, die mir an England gefallen haben:

     1.     Die alten Bahnstrecken. Auf denen man so wunderbar bequem über die englischen Hügel  fahren        kann.
     2.  Porridge zum Frühstück. So warm, weich und irgendwie tröstlich. Vor allem wenn sich im    
          Frühstücksraum alle anderen die fetten Schweinswürste und Spiegeleier  reinschaufeln.
     3.  Der Holunderduft. Auf dem Weg nach Norden war der Holunder immer gleich weit, gerade richtig      in Blüte, mit diesem herrlichen, würzigen Duft. 
     4. Die Hecken. Wunderbare englische Erfindung um den Wind abzuhalten.  Als Radfahrer kann man   
         oft grad noch so drüberschauen, wenn man dann absteigt, um ein schönes Foto von Pferden,   
         Schafen, Hügeln zu machen, dann ist man leider zu klein. 
     5. Der kleine Begrüßungssnack in allen B&B: Teekocher, Teebeutel, Instantkaffeetütchen und Kekse.
     6. Das englische Pfund. Da fühlt man sich doch wirklich im Ausland. 
     7.  Die gut erzogenen Hunde. Das weiß man als Radfahrer wirklich zu schätzen. Kein einziger Hund   
        hat uns angebellt, an der Leine gezerrt, ist hinterher gelaufen. Immer schön gesessen, mit Blick zum     Herrchen/Frauchen, egal ob angeleint oder nicht. 
    8. Auch die höflichen Autofahrer. Die wirklich versucht haben Rücksicht zu nehmen, obwohl wir -für   
        sie überaus überraschend- auf Ihrer Straße waren. Dass sie links fahren… naja. 
    9. Sorry, das muss ich jetzt einfach doch noch loswerden: das Essen hat mir nicht gefallen. Überhaupt   nicht. Und ich frage mich schon, wie man ohne Gemüse, Salat und Obst überleben kann, so auf    
        Dauer. 
  10. Unsere Radreise. England war landschaftlich sehr schön, oft überraschend,  witzig und skurril und     irgendwie sehr fremd. Und durch das Radfahren ist man ein bisschen näher herangekommen. Das   
        hat mir sehr gefallen.

Wir sehen uns in Engen!         

Samstag, 22. Juli 2017

46.Tag: Von Mechelen nach Aachen



Was bin ich froh, dass ich in Mechelen in den Zug gestiegen bin! Das wären noch einmal 2 richtig knackige Bergetappen geworden. Mit jedem Höhenmeter, den der Zug nach oben zog, wurde mir wohler zumute. 
Aber wenn ihr glaubt, Zugfahren mit Radfahren ist pure Entspannung, der sollte mal Friederikes Abenteuer in Frankreich nachlesen.

So perfekt der Belgier das rollende Radeln organisiert hat, so verbesserungsfähig ist die Zugmitnahme.
Bahnsteige erreicht man nur über lange Treppen. Also Taschen runter, Taschen die Treppen hochtragen, kleine Tasche mit den Wertsachen wieder mit nach unten nehmen, Fahrrad hoch.
Keiner kann dir sagen, ob das Rad Kompartment vorne oder hinten im Zug ist. 
Die erste Fahrt nach Leuven geht prompt schief. Der Zug hat 10 min Verspätung und mein Anschluss ist weg.
Also Mini-Sightseeing: Bahnhofsvorplatz.


Der nächste Zug nach Wieckenraeth  geht eine knappe Stunde später. Dieses mal mache ich mir gar nicht erst die Mühe, nach einem Radabteil zu suchen. Ich steige einfach ein und stelle das Fahrrad neben der Tür ab. 
Kein Schaffner kommt vorbei. Der Zug ist nach Lüttich fast leer.
Aber Liege - da brauche ich keinen zweiten Blick hat einen
Calatrava-Bahnhof:


habe ich auch schon davon gelesen. Ein sehr beeindruckendes Gebäude.


Ob es in 150 Jahren noch Calatrava Bauten geben wird? Diesen filigranen Betonformen gebe ich keine 100 Jahr!! 

Im Zug komme ich ins Gespräch mit einem jungen Mann, der in "Neutral Moresnet" wohnt, d.h. seine Frau gehört zur deutschsprachigen Minderheit in Belgien. Die Geschichte von Neutral Moresnet ist wirklich spannend. Da es in diesem Gebiet wichtige Bodenschätze, wie das Galmei gab, das man zur Messingherstellung, brauchte, das heißt eigentlich war es das Zink, dass das Galmei bei Erhitzung frei gibt, - könnten sich weder Frankreich, noch die Niederlande noch Preussen, diesen Landstrich und so wurde er zu einer "Mikro-Nation", der lange Zeit große Unabhängigkeit genoss, und neben der Zinkherstellung hauptsächlich vom Schmuggel reich wurde. Mein Reisebegleiter hat mir erzählt, dass die deutschsprachige Minderheit auch in Belgien noch überdurchschnittlich große  Privilegien genießt, oder besser gesagt, in der Auseinandersetzung zwischen Flamen und Walonen lassen sich die Moresnet ihre Loyalität teuer bezahlen. Man könnte sagen, diese Region sind die Nordiren der Belgier (damit meine ich  Theresa Mays grauenvollen Deal mit den erzkonservativen Nordiren )
War wirklich spannend, mit Jan zu reden.
Welkenraeth, oben in den Bergen ist nur 15 Minuten mit dem Zug von Aachen entfernt, der Zug geht weiter nach Eupen, ich muss noch einmal umsteigen. Und noch einmal, Taschen runtertragen, Fahrrad runtertragen. Am neuen Bahnsteig, Fahrrad hochtragen, Taschen hochtragen. Der Nahverkehrszug hat zum Glück ein paar Minuten Verspätung.

Um 14:30 bin ich schon im Hotel, ideal um mit der Aachen Erkundung zu beginnen.
Jede Stadt hat eine Schokoladenseite und einen Hinterhof. Von meinem Hotel aus komme ich durch den Hinterhof zu den "Weltkulturerbe" Highlights.
So ist das nicht richtig, die Aachener "Kronjuwelen" liegen einfach umringt von gräuslichsten Einkaufszentren, Fussgängerzonen, und Bausünden aus 60 Jahren Innenstadtzerstörung. 
Da haben sie sich über die Waldschlößchenbrücke in Dresden aufgeregt, aber wie hier den wirklich beeindruckenden Kulturdenkmälern wortwörtlich auf den Leib gerückt wurde, das ist schrecklich.



Aber dieses Schmuckstückchen, direkt am Dom mit Pfalzkapelle ist wenigstens ehrlich


Besser hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können.

Über Dom, Pfalzkapelle und Domschatzkammer, und Rathaus mit Granusturm muss man kein Wort verlieren, das sind wirklich Highlights.


Der Kronleuchter von Kaiser Friedrich Barbarossa, die Reliquienschreine, und....


der Sarkophag von Karl dem Großen


die Armreliquie, das ist fein inszeniert und gut ausgeleuchtet!


Hier gibt es viel zu entdecken. Dies ist übrigens der Schulhof der domeigenen Grundschule (mit Schwerpunkt Musikerziehung).

Und das Rathaus, auf der Karolinischen Pfalz aufgebaut, wurde zum Vorbild für viele Rathäuser, die ich auf dem Weg durch Belgien kennen gelernt habe.


Und der  Krönungssaal -dort wo jedes Jahr der Karlspreis verliehen wird, ist beeindruckend, aber ob wirklich "Kunstkenner aus der ganzen Welt" nach Aachen kommen um Alfred Rethels Histiorienschinken zu bewundern, da mache ich mal ein klitzekleines Fragezeichen!! Obwohl ich einige Bilder von Rethel wirklich schätze, aber in Aachen ? Warum mussten für seinen Bilderzyklus sogar Fenster zugemauert werden, so dass der Saal architektonisch aus dem Ruder läuft!
Egal, genug für heute.
Und was steht Morgen noch an?

Natürlich das Forum Ludwig, das Stadtmuseum und die Carolus Thermen - oder soll ich nicht doch lieber einen kleinen Radausflug nach


15 km ist ja nicht viel,- und der Kreisverkehr am Ortseingang soll wirklich sehenswert sein!!

Also Morgen noch einmal ein Blog aus Aachen - dann werdet Ihr erfahren, wofür ich mich entschieden habe.
Bis dann!

Freitag, 21. Juli 2017

45.Tag: Von Gent nach Mechelen

die Route


Gent heute Morgen ist nahezu unheimlich ruhig. Ich vermute, dass die Stadt ihren Brummschädel pflegt. 
Aber die Bühnen, an denen ich beim Rausfahren vorbeikomme sind schon wieder Picobello, das kann heute Abend weiter gehen.



Die Schelde ist schnell gefunden. Heute geht es ein großes Stück am Fluss entlang. Ich muss nur aufpassen, dass ich rechtzeitig abbiege, denn nach Antwerpen will ich natürlich nicht.


D E R  Bach soll die Schelde sein? Na ja, ein Arm. Aber die Schelde ist ein Gezeitenfluss, über 100 km im Inland wirken sich die Gezeiten noch aus, da sie so wenig Gefälle hat.
Und jeden Tag auf´s Neue muss ich die belgischen Radwege loben. So was von gute Beläge, super Ausschilderung und wo es einmal klemmt, da kommt mein belgisches Lieblingswort zum Tragen:


Fahrräder spielen wirklich eine Sonderrolle.
Aber ein anderes Schild habe ich besonders ins Herz geschlossen.


Ich weiß schon, flämisch geht anders als deutsch. Trotzdem soll man Kinder "spaaren".

Je weiter Gent hinter mir liegt, desto seltsamer ist es, dass es immer noch beängstigend ruhig ist. Dann fällt mir auf, dass in den Orten alle Geschäfte geschlossen haben. Mmh? Also doch nicht Brummschädel?
Das muss einen anderen Grund haben. Heute ist Feiertag!
Inzwischen weiß ich, dass der 21.Juli der Unabhängigkeitstag ist.
D.h. genau genommen war die erste Regierunbsbildung nach der Rebellion der katholischen Provinzen gegen die calvinistischen Niederlande bereits im September 1830 und im November gab es die ersten Wahlen. Aber Nationalfeiertag ist die "Thronbesteigung" Leopolds 1831.  Die katholischen Provinzen wurden erst 1815 den Niederlanden zugeschlagen.
Natürlich haben die flämischen Provinzen und die Niederlande eine lange gemeinsame kulturelle Tradition.
Wie es scheint, nutzt ein großer Teil der Belgier um bei schönem Wetter ans Meer zu fahren. Die Dörfer und Ortschaften sind wie ausgestorben. Und die Schelde ist über weite Strecken auch kein Blickfang


Kenne ich gut von anderen Flüssen. Wenn auf dem Damm kein Weg ist, fährt man unten entlang.

Bei allem gemütlichen Feiertagsradeln, darf ich auf keinen Fall, die Abzweigung verpassen, die nach Mechelen führt.


Da vorne, das muss Briel sein, da macht die Schelde den Knick nach Norden und ich will weiter nach Osten.
Bis Mechelen geht es durch ein sehr ländliches Flandern. Schön, einsam, sehr still. Auf den Weiden eines großen Gestüts muss ich ein wenig länger bleiben. Eine ganze Weide mit Stuten, die entweder gerade gefohlt haben oder kurz davor sind. Ich zähle 4-5 Fohlen, die sicher erst ein paar Tage alt sind.


Um 15:00 Uhr bin ich in Mechelen. Die Stadt hat viel zu bieten. Aber dankenswerter Weise alles auf sehr engem Raum.

Ehe ich mich auf die Besichtigungstour durch´s feiertägliche Mechelen mache gehe ich auf den Bahnhof.
Ich muss Euch nämlich ein Geständnis machen. Hier in Mechelen endet der Radfahrteil der diesjährigen Sommertour.

 Ich habe lange hin und her gerechnet und mir das Restprogramm angeschaut.

Eigentlich wollte ich ja bis Aachen fahren. Das hätte gerade mal so hingehauen, mit zwei knackigen Etappen zum Schluss und wahrscheinlich kaum Zeit für Aachen - das ich überhaupt nicht kenne.
Den Zug von Aachen nach Engen habe ich schon vor 14 Tagen in England gebucht und die Fahrkarte bei meiner Schwester ausdrucken lassen. Nach den Erfahrungen im letzten Jahr, wollte ich nicht auf den letzten Drücker warten, und dann keine Fahrradmitnahme mehr zu bekommen.
DAS HEISST  IM KLARTEXT!!!

Morgen radle ich gemütlich zum Bahnhof, zuckle mit Regionalbahnen über Leuven undWelkenradt und werde Morgen Spätnachmittag in Aachen sein und habe den Sonntag ausgiebig Zeit mir die Kaiserstadt anzuschauen.
Und Montag geht es dann mit dem Zug nach Engen.

Als ich Tickets in der Hand habe, - kommt ein wenig Wehmut auf! Und gleichzeitig aber auch Vorfreude, wieder heim zu kommen - und am Montag soll das Wetter ja auch wieder mies werden.

Also auf zum Abschiedsbierchen in die Altstadt.
Zuerst aber das Weltkulturerbe abklappern.

Mechelen ist schon immer Industriestadt gewesen. Die erste Eisenbahnlinie auf dem "Kontinent" wurde 1835 von Brüssel nach Mechelen in Betrieb genommen. Heute hat Procter & Gamble ein riesiges Werk am Rande der Stadt. Kelloggs bäckt hier Pringles für den europäischen Markt.


 Mechelen hat viel zu bieten. Ähnlich wie Veurne, ist Mechelen ein wenig beachtetes Juwel.


Der Turm der St. Rombouts Kathedrale ist so hoch, dass man von dort aus sowohl Anderlecht als auch Brüssel sehen kann. Kann ich nicht bestätigen der Glockenturm war zu. Der Große Markt ist ein Kleinod. Die Bühne ist schon aufgebaut, und eine Bluesband spielt. Aber auf dem schattenlosen Platz ist kaum jemand. Es ist gnadenlos heiß Zuhörer bewegen sich nicht aus den Schatten der Cafes.


Gotik, Renaissance, Neu-Gotik, ein wilder Mix, aber das Ensemble funktioniert. 

Die Rombouts Kathedrale ist wieder eine im Barock aufgemotze gotische Kathedrale aber mit vielen  wunderschönen Details.
Ein absolut verrückte Barockkanzel aus Holz geschnitzt, ein riesiger Baum.

mit Schnecken, Eichhörnchen und Schlangen.


Der Kopf der Schlange ist blankgewetzt. Da haben Generationen von Predigern drauf getreten.




Die Tafelbilder sind zwar in erbärmlichem Zustand, aber  sehr schön.

Genug sightseeing, jetzt setz ich mich in ein gemütliches Restaurant am Kanal und trinke mein letztes belgisches Bier auf dieser Tour.
Aber aus Aachen melde ich mich natürlich auch noch!!

Ach so: noch ein kleiner Rückblick auf die Insel:

10 Dinge die mir in England gefallen haben:


 1. Den "englische Humor",  ihn gibt es nach wie vor, im Alltag, im beiläufigen Gespräch. Weniger    
     im  Fernsehen, da reißen Männer in Frauenkleidern und Strickwesten, zweideutige Witze, BBC 
    Primetime!
 2. "Sweet old ladies" - die sich nicht unterkriegen lassen.
 3. Die alten englischen Pubs. Die es auch noch gibt, und die auch immer noch gutes Essen haben.
    "Lamb shanks" - anscheinend seit einiger Zeit "in Mode" gekommen - aber sehr, sehr lecker.
 4. Meine 5 englisch/schottische Lieblingsstädte: Cambridge, Edinburgh, Chester, Oxford, Canterbury
 5. Englische Burgen
 6. Die Freundlichkeit und Höflichkeit mit der man sich bis in den Nachmittag mit "Morning!"    
     begrüßt.
 7. Und das wunderbare ländlich England, mit den kleinen Sträßchen, mit den Hecken, Brückchen   
     und Weiden.
 8. Die kleinen Brauereien, die wirkliche gutes Handwerk pflegen.
 9. Englische Gärten
10. Englische Seebäder,- weil sie so surreal vorgestrig sind.

Donnerstag, 20. Juli 2017

44.Tag: Von Brügge nach Gent

die Route

Liebe Genter! Das wäre doch nicht nötig gewesen!
Mir  auf meinen letzten Tagen auf der diesjährigen Tour so einen tollen Empfang zu geben!
Danke! Danke! Danke!

Gent ist im Stadtfestmodus


Aber der Reihe nach, noch bin ich in Brügge.Ich verlasse mein Schiff, einmal kurz abbiegen, und ich bin wieder auf dem wunderbaren Radweg entlang des Ostende- Gent-Kanals.




Es hat in der Nacht geregnet, der Tag ist deutlich kühler und schwere Wolken ziehen übers Land.
Aber es ist einfach schön hier zu radeln.

Das hat sich rumgesprochen. 


Diese Radlerfreunde, werden gleich ihre Räder vom Schiff geholt bekommen und dann in Richtung Gent fahren. "Boot und Rad", scheint sehr beliebt zu sein. Mir begegnen mehrere "Pulks" mit einem Reiseleiter vorne, und einem Reiseleiter hinten. Erinnert mich ein bisschen an Schulausflüge. Am häufigsten sehe ich diese Trupps allerdings irgendwo stehen, um auf Nachzügler zu warten oder, um in einem vorher gebuchten Café Pause zu machen.



Der Wetterbericht hat heute einen "Mix von Wolken, Sonne, Wind und Regen" angekündigt. Zum Teil hatte ich alles auf einmal. Aber das Regencape musste ich nur einmal rausholen.

Ich habe es ja schon einige Male angedeutet, wie sehr ich die belgische Art schätze, Probleme pragmatisch, ohne "Gedöhns" aber kreativ anzugehen. Diese Lösung hat mich richtig begeistert.



"Basketballkörbe" für leere Wasserflaschen! Super! Abfalleimer sieht keiner mehr. Hier kommt noch die sportliche Herausforderung dazu, im Vorbeifahren den Korb zu treffen! Das ist so genial, wie die aufgemalte Fliege im Pissoir in der Herrentoilette, kein Aufwand - große Wirkung! Bravo, liebe Belgier!


Der Regen ist vorbei. Es fährt sich gut!

Die 55km nach Gent sind im Nu weggeradelt- und dann kommt der Augenblick:


Euer Blogger - hat hier die 2.000 km voll gemacht.
Zum Hotel.
Und dann wieder in die Stadt.
Natürlich habe ich vor, die Haupthighlights abzuhaken - vor Allem den Genter Altar und den Belfried. Aber heute ist alles anders. Heute ist Gent in "Stadtfeststimmung" -Altstadtfest hoch? 10? Die ganze Innenstadt eine Bühne an der anderen. Mann, hier ist was los.

"Ein aufreizendes kulturelles Volksfest mit unzähligen einheimischen und internationalen Künstlern: einzigartig in Europa ist das Fest wegen des vielgestaltigen und kostenlosen Angebots an Musikveranstaltungen, Straßentheater, Ausstellungen, Kinderanimation, Vergnügungsparks, Paraden und Umzügen und vieles mehr!"

Aber wie gesagt, zuerst das Pflichtprogramm


Die St. Baafs Kathedrale ist ein Beispiel dafür, wie eine wunderschöne gotische Kathedrale, durch Barockisierung "versaut" wurde.
Aber Barock hat natürlich auch seine "schönen Seiten"



Und das ist die Publikumsfrage des Tages: " Was hat der arrogante Heilige zu dem Skelett gesagt, dass es sich dermaßen aufregen muss"  Selten ein Skelett so sauer gesehen!

Dann natürlich der Genter Altar! Immer ein Besuch wert. Das letzte Mal, war ja einiges noch in Restauration. Heute ist die Bude voll! Alles sehr duster- fotografieren verboten!


Aber die Madonna "mit den Glühbirnen" ist auch ganz schön - oder?

Und nun raus ins pulsierende Leben - raus in das Altstadtfest. An allen Ecken und Enden Musik. Funk, vom feinsten, siehe Bilder ganz oben.
Dann eine Bühne über einen Kanal, afrikanische Musik richtig gut.


Aber ich muss doch unbedingt die "dulle Griet" finden, das Mekka aller Freunde belgischer Biere


Das ist schon mal die "dulle Griet", dann bin ich also richtig


Hier kann man Bier studieren! "500 Soorten"

Aber Vorsicht!


Es könnte sein, dass man danach immer häufiger rosa Elefanten sieht!

Da  ich heute die Musikkritik übernehmen soll, vergebe ich den
Platz II an  das Ensemble  "Les Mères Sauvages" - Klassische Musik, - aber so was von witzig und gleichzeitig "beseelt"


und den I. Platz hat für mich diese Trommelgruppe verdient:


Lieber Werner, wenn du das gesehen hättest, wie der Junge ganz rechts seine Truppe im Griff hatte,  und mit welcher Lässigkeit er "nebenher" noch getrommelt hat  und wie diese Kids abgegangen sind. Ich gestehe es gern, da habe ich schwer schlucken müssen!



Rosa Elefanten! Langsam wird es kritisch!

Auf den großen Bühnen geht es natürlich auch gut ab. 


Pickle Juice, eine abgefahrene Balkan-Beat-Band hat für mich den III.Platz verdient. Was haben die Jungs und das Mädel Lust gehabt Musik zu machen!!


OK! Das mit den rosa Elefanten wäre geklärt!  Also kann ich noch ein Bier trinken.


Wirklich? Vielleicht sollte ich doch langsam ins Hotel zurück und mich an den Blog machen!

Wir sehen uns Morgen! - Vielleicht ziehe ich ja noch einmal um die Bühnen!

48.Tag: Aachen nach Engen und Schluss

Er ist wieder da! Wieder hier! ( Muss nicht mitgesungen werden) Eine wunderschöne Tour ist zu Ende, 2.101km sind es geworden! Die Rü...