Mittwoch, 14. Juni 2017

8.Tag: Von Bridlington nach Whitby




(manne)Mannomann! Wasn Tag! So viele unterschiedliche Eindrücke, so viele ups and downs, im wörtlichen, wie im übertragenen Sinne. 
Und unterm Strich, eine der schönsten Tagesetappen, die ich auf allen bisherigen Reisen gefahren bin. Vergleichbar mit der "Eisernen Pforte", einigen Abschnitten auf der Loire oder der Fahrt zwischen Atzwiller und Straßburg.

Eine wichtige Erkenntnis des heutigen Tages war, dass man auch zu viel Informationen haben kann.
Informationen, die mich die letzten Tage etwas beunruhigt haben. Nach Albert, dem Teasi, sollte der heutige Tag ziemlich hügelig werden. Und zwar 4 mal richtig ordentlich rauf. 




das waren die letzten 2. Und das auf insgesamt über 70 km. Das kann schon in die Beine gehen.

Dementsprechend angespannt war ich auch.
Das hätte beinahe zu einem ernsthaften Ehezerwürfnis geführt, - und das nachdem wir erst seit 14 Tagen neu "beringt" sind.


Aber von Anfang an. 
Bridlington hat ein berühmtes Kloster. Vor allem wegen eines St. John, der ziemlich ordentlich Wunder gewirkt haben muss.



Danach kamen ziemlich schnell die Hügel. Und zwar hoch, etwas runter, wieder hoch und zwar kräftig und das auf einer gut befahrenen Straße, nicht übertrieben, keine Lastwagen, aber doch nervig.
Dabei war die gefährlichste Situation mit einem Rennradfahrer. Albert sagte, wir sollen rechts abbiegen, da kommt der Kerl so etwas von schnell angeschossen, ich kann gerade noch einen Schrei los lassen, Friederike bleibt in der Spur, der Radfahrer schießt an uns vorbei. Das hätte schief gehen können.

Dann die 450 km. Das könnte Friederikes Halbzeit sein!! Schade, zu zweit macht es inzwischen doch viel mehr Spaß.

Auch wenn es mal zu Spannungen kommen kann. Denn! Die Straße wendet sich wieder dem Meer zu  und Friederike fängt zu maunzen und zu nöhlen an. Meer ! Baden! Meer!
Sie hätte am Liebsten ein Schlenker von 6 km in Kauf genommen, um an eine Stelle zu fahren, an der höchstwahrscheinlich kein Weg runter von den Klippen zum Meer führte. 
Dicke Luft! Dann auch noch eine grüne Straße! Und kein Dorfladen, um ein Sandwich zu kaufen!
Ich - die Vernunft in Person, habe auch nichts gegen Tankstellen mit Supermarkt. Das war für Friederike der Gipfel. Lieber wäre sie mit dem kalten Getränk  und dem Sandwich so lange weiter gefahren, bis alles warm gewesen wäre.


Dann weiter bis Scarborough . Einstens ein wirklich mondäner Badeort, mit tollen Stränden.


Friederike will immer noch Baden!
Und ich bleibe oben in einem Cafe, beobachte ihr Treiben aus der Ferne - und bin leicht angesäuert.


Ich trinke einen großen Pot Kaffee und ergebe mich in mein Schicksal!
Dass aber von da an, zwischen Scarborough und Whitby, einer der schönsten Radwege beginnt, den ich je gefahren bin, das hätte ich nicht erwartet. Und vor allem, dass meine Befürchtungen, was das Streckenprofil betrifft hinfällig werden! Schließlich war es schon 14:30 als wir aus Scarborough rausfuhren. Und die beiden großen Hügel standen noch an. Und was kommt dann?

Auf einer alten Bahntrasse, die einstmals Scarborough mit Whitby verbunden hat geht es aufwärts, 
da alte Bahnstrecken nicht so steil aufwärts gehen können, wie Straßen, bei 4,5 % hört es auf. Wir fahren richtig "gemütlich" Kilometer um Kilometer bergaufwärts, - 15 km lang. 
Doch davon soll Friederike erzählen:

(frieda): Ja, es war eine traumhafte Stecke, etwa 30 km, mit unglaublich schönen Ausblicken. 
Und ja, ich habe gebadet- das Meer war herrlich!!!!!- und der Reiseleiter war absolut dagegen. Von wegen leicht angesäuert! Er hat gedroht, dass wir heute nicht mehr ankommen,( also vielleicht auch überhaupt nie mehr!) dass wir die Strecke nicht schaffen, dass ich Stunden brauche, bis ich vom Strand wieder oben bin, ... das Blöde war ja, dass wir aus großer Höhe ziemlich weit runterfahren mussten um in die Nähe des Strandes zu kommen.
Und dann kam alles ja ganz anders, die weitere Strecke war super leicht zu fahren. Und ich war erfrischt und gut gelaunt. Und auch mein Reiseleiter hat sich allmählich wieder entspannt.

Hier sind wir auf der höchsten Höhe, 192 m, und fast bei 500 km Gesamtstrecke (es fehlen drei!)



Warum Mitte des 19 Jahrhunderts diese Eisenbahnstrecke gebaut wurde, haben wir nicht erfahren, aber es war sicher ein schöner Ausflug von Scarborough nach Whitby und für uns ein traumhafter Tag:














Und am Ende dieser schönen Tour hat Manne plötzlich gemerkt, dass das Hinterrad platt ist. Die letzten zwei km musste er schiebe. Morgen heißt es also erstmal Rad reparieren - lassen.














1 Kommentar:

48.Tag: Aachen nach Engen und Schluss

Er ist wieder da! Wieder hier! ( Muss nicht mitgesungen werden) Eine wunderschöne Tour ist zu Ende, 2.101km sind es geworden! Die Rü...