Heute gibt es keine Karte, denn das Programm glaubt nicht, dass ich mit dem Fahrrad über Wasser fahren kann.
Es gibt sie noch, die ganz besonderen Momente auf einer Reise!
Was für eine unglaubliche Überfahrt!
Doch von Anfang an.
Natürlich brauchte ich keinen Wecker, ich war schon lange vorher wach. Und natürlich war ich überpünktlich am Hafen.
Wo bitteschön liegt die Fähre. Da liegen nur kleine Segelboote und ein paar Motorjachten.
Dann entdecke ich den Kintyre Express! Was damit soll es übers offene Meer?
Okeeeeey? Würde Marie sagen!
Und so richtig viele Mitreisende trudeln auch nicht ein. Genau genommen niemand! Ich bin der einzige Passagier. Luxuspassagier. Gerry, der Bootsführer und Aaron sein Bootsführerlehrling, kommen aber ziemlich pünktlich. Innerhalb kurzer Zeit erfahre ich eine ganze Reihe neuer Adjektive, die alle das gleiche Bedeuten wie "rough passage" -Raue Überfahrt, es würde ein wee bit bumpy werden, selbsterklärend und so geht es weiter.
Gerry erklärt mir auch, dass ich Glück habe, letztes Wochenende sind sie nicht gefahren und Morgen wird es wohl auch nichts werden. "I take no risks!" Das beruhigt mich. Also heute geht es noch gerade so! Meint Gerry.
Ist schon komisch, da sitzt man irgendwann an seinem Schreibtisch scrollt in der Weltgeschichte herum, bucht eine Fähre und es kommt einem nicht annähernd in den Sinn, dass solche Boote unter Umständen aus Wettergründen gar nicht fahren können. Was habe ich wieder einmal Glück gehabt!
(Ich hoffe inständig, dass mein "Glückssack" damit noch lange nicht geleert ist)
Ich bin ganz froh, dass es in meinem guesthouse um diese Uhrzeit noch kein Frühstück gab. Mit den Haferplätzchen im Magen sollte nicht viel schief gehen.
Das Fahrrad wird von Gerry fachmännisch vertäut (ihr merkt, kaum bin ich an Bord, da passe ich meinen Sprachgebrauch den Seeleuten an)
Ich frage Gerry, wo es am besten ist zu sitzen, hinten oder vorn. Er meint, wenn du was sehen willst vorne, wenn du Angst um dein Frühstück hast, hinten. So ganz sicher bin ich mir nicht,
Aber als einziger Fahrgast kann ich jederzeit auch den Platz wechseln - dachte ich, als das Boot noch im Hafen lag!!!
Pünktlich "stechen wir in See" (!). In der Bucht von Campbeltown rumpelt es nur ein bisschen, aber das ändert sich schnell!
Fotografieren wird langsam schwierig! Mal fängt man den Himmel ein, mal das Wasser, mal die beschlagene Scheibe.
Das ganze gestaltet sich inzwischen eher wie Bullenreiten, bei einem texanischen Rodeo. Wenn man sich nicht mit den Beinen gegen die Fußstütze abstützt geht es ganz schön ins Kreuz. Der Kapitän und sein Maat haben gut gefederte Sitze, die schwingen gemütlich auf und ab. Die der Passagiere sind dagegen eher hart ausgelegt. Und es ist ja nicht nur das Auf- und Ab. Gleichzeit kippt das Boot auch noch auf der Längsachse, links und rechts.
Nach dem ersten Schrecken, gewöhne ich mich an diese Art des Frühsports. Mein Magen steckt die Schläge weg ohne zu Murren! Das rechne ich ihm hoch an!
Ich glaube, diese Art von Hochseegymnastik ist weniger schlimm, als die sanften, fast unmerklichen Bewegungen eines großen Schiffes.
Zuerst geht es der Kintyre Halbinsel entlang.
Tolle Landschaft, ich bin begeistert!
Und dann die MULL OF KINTYRE!!!
Natürlich vergesse ich nicht vor mich hin zu singen. Und alle singen mit!!
Mull of Kintyre
Oh, mist rolling in from the sea
My desire is always to be here
Oh, Mull of Kintyre
Far have I travelled and much have I seen
Dark distant mountains with valleys of green
Past painted deserts, the sun sets on fire
As he carries me home to the Mull of Kintyre
Mull of Kintyre
Oh, mist rolling in from the sea
My desire is always to be here
Oh, Mull of Kintyre
Sweep through the heather like deer in the glen
Carry me back to the days I knew then
Nights when we sang like a heavenly choir
Of the life and the times of the Mull of Kintyre
Mull of Kintyre
Oh, mist rolling in from the sea
My desire is always to be here
Oh, Mull of Kintyre
Smiles in the sunshine and tears in the rain
Still take me back where my memories remain
Flickering embers grow higher and higher
As they carry me back to the Mull of Kintyre
Mull of Kintyre
Oh, mist rolling in from the sea
My desire is always to be here
Oh, Mull of Kintyre
Mull of Kintyre
Oh, mist rolling in from the sea
My desire is always to be here
Oh, Mull of Kintyr
Oh, mist rolling in from the sea
My desire is always to be here
Oh, Mull of Kintyre
Far have I travelled and much have I seen
Dark distant mountains with valleys of green
Past painted deserts, the sun sets on fire
As he carries me home to the Mull of Kintyre
Mull of Kintyre
Oh, mist rolling in from the sea
My desire is always to be here
Oh, Mull of Kintyre
Sweep through the heather like deer in the glen
Carry me back to the days I knew then
Nights when we sang like a heavenly choir
Of the life and the times of the Mull of Kintyre
Mull of Kintyre
Oh, mist rolling in from the sea
My desire is always to be here
Oh, Mull of Kintyre
Smiles in the sunshine and tears in the rain
Still take me back where my memories remain
Flickering embers grow higher and higher
As they carry me back to the Mull of Kintyre
Mull of Kintyre
Oh, mist rolling in from the sea
My desire is always to be here
Oh, Mull of Kintyre
Mull of Kintyre
Oh, mist rolling in from the sea
My desire is always to be here
Oh, Mull of Kintyr
Schön ist es hier, auch wenn ich ständig den Kontakt zu meinem Sitz verliere!
Wale oder Delphine sehe ich heute keine. Aber jede Menge Seevögel. Kleine schwarz weiße, die wie Papageien fliegen - könnten Papageientaucher sein, oder sonst irgendwelche Alke.
Sehr große weiße Vögel mit schwarzen Flügelspitzen die es schaffen bei dem Wind fast in der Luft zu stehen.....
Wale oder Delphine sehe ich heute keine. Aber jede Menge Seevögel. Kleine schwarz weiße, die wie Papageien fliegen - könnten Papageientaucher sein, oder sonst irgendwelche Alke.
Sehr große weiße Vögel mit schwarzen Flügelspitzen die es schaffen bei dem Wind fast in der Luft zu stehen.....
Da bei den beiden weißen Häusern, da ist auch der Leuchtturm der Mull of Kintyre, erklärt mir Gerry. Von hier aus geht es weg vom Ufer hinüber nach Irland.
Tschüss Schottland! Gestern hast du mir den Abschied erleichtert. Aber insgesamt war es sehr schön im nördlichsten Teil der Reise. Was mich vor allem überzeugt hat, liebe Schotten, ist dass ihr viel mehr Wert auf gutes Essen legt! Oder wir haben in Schottland einfach mehr Glück als in England gehabt, wo wir jedes schreckliche Vorurteil bestätigt gefunden haben? Auffallend war schon, wie oft betont wurde, dass nur regionale Produkte Verwendung finden und dass die Wurst einmal Beatrice geheißen hat. Hat mir imponiert - und auch die kleinen Craft Brauereien, chapeau, macht weiter so liebe Schotten!
Aber jetzt, da drüben ist Irland!
Sind das nicht schon ähnliche Basaltformationen, für die der Giant´s Causeway bekannt ist, den ich Morgen besuchen werde?
Über das offene Meer war das mit "bumpy" eher harmlos. Richtig zur Sache ging es noch einmal, als wir uns den Felsen vor der Einfahrt nach Ballycastle nähern
Klar, ich haue jetzt ein bisschen auf den Putz! Die Stelle um die Felsen herum war schon rumpeltechnisch jedoch seeehr beeindruckend.
Hier kommen mehrere Strömungen zusammen, sagt Gerry, da muss man durch!
Als wir nach 2 Stunden in den Hafen von Ballycastle einlaufen, habe ich nichts dagegen, wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen.
Gerry spritzt noch schnell mein Rad ab - damit das Salzwasser keinen Schaden anrichten kann - und mich gleich mit, obwohl Rosten nicht mein Problem ist. Das ist schon ein anständiges Trinkgeld wert, oder?
Kaum von Bord habe ich ein Gefühl der Erleichterung. Die letzten 3 Tage auf diesen Halbinseln, - da war mir schon etwas flau zumute, - ein Gefühl wie in eine Sackgasse zu fahren!
Ballycastle begrüßt mich gleich mit ein paar Sonnenstrahlen und es ist auch ein paar Grad wärmer als die letzten Tage, d.h. 11-12° statt 9-10°
Friederike, ganz bestimmt wärst du hier an diesem netten kleinen Sandstrand N I C H T ins Wasser gegangen, dazu pfoff der Wind dann doch zu kräftig. Heute von Norden her. Sollte der Wind anhalten und die Windrichtung bleiben, dann nur zu. Ab jetzt geht es nach Süden!!
Sollte es noch irgendwelcher Beweise bedürfen, dass ich wirklich in Irland angekommen bin.
Hier bitte schön Nr.1:
Aber der schönste lag auf dem Nachtkästen meiner heutigen Unterkunft. Ihr werdet das für einen Fake halten - stimmt aber!
Hatte ich mich gerade ganz gut an das schottische Englisch gewöhnt, so muss ich mich jetzt wieder gewaltig umstellen.
Aber die ersten Sätze habe ich schon verstanden.
´ank uuh ist ja auch nicht wirklich schwer.
Morgen wird eine "Wanderung" zu dem Giant´s Causeway unternommen!
Bis dann!














Auf dieser Reise wurde somit die Flug-Rad und Seetauglichkeit geprüft. Vom Laufen und Schieben will ich nicht reden. Der Mann ist somit voll einsetzbar. Gut, am Gleitschirm hängen gibt es auch noch!!!!!!Einen schönen Wandertag für dich.
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