Bed&Breakfast ist etwas ganz besonderes. Das haben wir ja schon gelesen. Aber dass es immer noch so skurril zugeht, das hätten wir denn doch nicht geglaubt. Die Landlady, des Orchard "Hotels", einen knappen Monat jünger als Friederike, ist wirklich nett. Das Haus eine Ansammlung von seltsamen Sammlerstücken.
Ich als "ehemaliger Sammler" habe natürlich größtes Verständnis dafür, dass man ein Ziel braucht, wenn man auf Trödelmärkten sein Glück finden will. Ob Hummelfiguren, Bierdeckel oder Comic ist eigentlich egal.
Das Sammlungsgebiet unserer Wirtin stellte uns zunächst vor ein Rätsel, was stand da auf dem Frühstückstisch und was bevölkerte zu Dutzenden die Fensterbänke?
Gartenzwerge? Schneewittchen? Filetierte Kühe? Herzen im Gänsemarsch? John, du wirst die Dinger wahrscheinlich kennen!
Als dann das Frühstück kam, kam auch die Auflösung
Die Gartenzwerge dienen als Toasthalter bzw. Toasttrenner, denn wie mir der Hausherr versicherte, wird der Toast, so er im Stapel auf den Tisch kommt schnell "lätschert", wie der Österreicher zu sagen pflegt- was "lätschert" auf Englisch heißt, habe ich leider vergessen, aber es war eindeutig.
Ja, so liebe ich meine Briten. Witzig, etwas abgedreht und leicht daneben.
UND GARTENZWERGE BLEIBEN UNS TREU AUCH AUF DIESER TOUR!
UND GARTENZWERGE BLEIBEN UNS TREU AUCH AUF DIESER TOUR!
Gestern das alte Postamt, in dem wir gegessen haben, war ähnlich. Roystons bestes Lokal ist eine wunderbare Mischung aus Museum und Witzen in 3 D.
Das Essen war zudem gut; also gab es nichts zu meckern.
Was mich bisher eher verwundert ist, dass Aller-Welts-Biere heute in englischen Pubs Standard sind.
San Miguel vom Fass, Peroni aus Italien, Becks, Heinecken und Carlsberg sowieso, aber auch immer noch das unsägliche Fosters aus Australien.
Lokale Biere gibt es eher im Ale., Stout- und Bitterbereich.
Aber jetzt auf´s Rad:
Nach dem doch etwas heftigen Auftakt gestern, ein Tag zum Einrollen und zur Muskelauflockerung.
Royston - Cambridge, - nicht viel mehr als 20 km. Wenn man in Kauf nimmt, dass der Radweg an der recht befahrenen kürzesten Verbindung nicht einmal osteuropäischen Ansprüchen genügt.
Was heute jedoch stimmte, waren die Vorschläge, die das Teasi - mein neues Radnavi - machte. Nachdem es gestern in Stevenage kläglich versagte ( oder vielleicht auch ich, der ich nicht immer die Brille rausgeholt habe), hat es uns heute wirklich immer wieder von der Hauptstraße weg und durch wunderschöne kleine Dörfer geleitet.
In Cambridgeshire fallen die vielen reetgedeckten Häuser, mit wunderbaren Bauerngärten auf.
Nach wie vor ist der durchaus heftige Wind uns sehr gewogen. Fast die ganze Strecke hatten wir einen wunderbaren Hilfsmotor.
Wir waren schon um 12:00 in Cambridge. Es sollte ja heute ein Sightseeing Tag werden. Eigentlich wollten wir an unserem Bed&Breakfast nur die Fahrräder abstellen und uns umziehen. Aber das Zimmer war schon fertig. Wunderbar!!!
So und jetzt ist Friederike dran:
Cambridge Sightseeing beinhaltet auf jeden Fall eine Stocherkahnfahrt, die Besichtigung der berühmten Colleges und der Besuch der King's College Chapel.
Die Kahnfahrt haben wir nicht gemacht, wir sind ja schließlich Ex-Tübinger und Manne hatte keine Lust mich auf der Cam zu "stochern", das Wetter hat auch nicht so wirklich gelockt.
Die berühmten Colleges waren heute leider alle für Besucher geschlossen, da Examen stattgefunden haben. Dafür hat man dann gegen Abend viele Eltern mit erleichterten Sprösslingen in den Restaurants gesehen. In einige Innenhöfe konnte man reinschauen und die Fassaden sind alleine schon prächtig:
Und dann: die "Kapelle" von King's College!
Eine unglaubliche Bildhauerarbeit, wie aus Elfenbein geschnitzt und ziseliert, die gesamte Bibelgeschichte in den prächtigen Glasmalereien:
Wir haben uns sehr lange in der Kirche aufgehalten, sind durch die Parks, den Markt und die Ladenstrasse geschlendert, haben Bier getrunken, Leute beobachtet, gelästert- das mit der Mode ist irgendwie very strange hier-haben mit Kellnerinnen smalltalk gemacht und sind fast von einem Bus überfahren worden, als wir die Straße überqueren wollten.
Da müssen wir uns morgen wieder mehr anstrengen, immer erst nach rechts schauen!
War ein netter gemütlicher Tag in Cambridge, jetzt sind wir wirklich in England angekommen.
Die Wahl war heute übrigens erstaunlich unspektakulär und eben jetzt - um 22 Uhr-haben erst die Wahllokale geschlossen. In den Nachrichten wird wild spekuliert und die interessantesten Bilder sind die, die die verschiedenen Wahlbezirke in ihrem Wettkampf um die schnellste Auszählung zeigen. Junge Leute in Sportklamotten sprinten mit den Wahlurnen heran, Menschenketten reichen sich gefüllte Wahlurnen weiter, der letzte rennt in das Gebäude, wo an verschiedenen Tischen schon ausgezählt wird. Sieht aus wie Spiel ohne Grenzen. Und es sieht so aus, als hätte sich Theresa May verrechnet, oder?
Morgen weiß man mehr.
Und morgen radeln wir weiter gen Nord-Osten!









Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen